Microsoft-Betriebssystem
Windows 8.1 kommt im Oktober auf den Markt

Nach schwachem Start hat der Computerriese Microsoft sein achtes Betriebssystem überarbeitet. Windows 8.1 ist ab Mitte Oktober erhältlich. Von den Nutzern stark vermisste Inhalte kehren auf die Bildschirme zurück.
  • 4

BerlinDie neue Version von Microsofts Windows 8 wird am 18. Oktober weltweit in den Handel kommen. Windows 8.1 werde zunächst um Mitternacht in Neuseeland zum Download bereitstehen, danach in allen weiteren Ländern entlang der Zeitzonen, teilte Microsoft am Mittwoch mit. Windows 8.1 werde dann auch im stationären Handel verfügbar sein sowie vorinstalliert auf ersten Geräten der Hardwarehersteller. Für Windows-8-Nutzer ist der Download des Updates kostenlos.

Windows 8 ist seit weniger als einem Jahr auf dem Markt. Das Betriebssystem unterscheidet sich grundlegend von seinen Vorgängerversionen. Augenfälligste Neuerung ist die im Kacheldesign gehaltene Oberfläche, die vor allem für die Nutzung über Touch-Displays etwa auf Tablets optimiert ist. Weniger als ein Jahr danach soll die Nachfolge-Version eine Art „veredeltes Windows 8“ werden, wie es eine Microsoft-Managerin bei einer ersten Vorstellung im Juni umschrieb.

Die Entwickler haben bei den Neuerungen vor allem auf die Kritik von Nutzern reagiert. „Microsoft hat zugehört“, sagte Oliver Gürtler, Leiter des Geschäftsbereichs Windows bei Microsoft Deutschland, der dpa am Mittwoch. So kehrt zum Beispiel der „Start“-Knopf zurück, den viele Anwender im neuen Kacheldesign vermisst haben. Er erscheint, sobald der Mauszeiger in die linke untere Ecke gesteuert wird. Zudem ist der neue Internet Explorer 11 in Windows 8.1 integriert, der in Sachen Schnelligkeit und Sicherheit optimiert wurde. Auch der Windows-Store wurde überholt. Und der klassische Desktop lässt sich nun als Grundeinstellung festlegen.

Anders als von der Branche erwartet hatte Windows 8 nach seinem Start Ende 2012 zunächst nicht den erhofften Schwung in das PC-Geschäft gebracht. Auch der Boom der Laptops mit Touch-Display blieb vorerst aus. Die Marktforschungsfirma IDC schraubt nun ihre Prognosen herunter. Voraussichtlich dürften nur 10 bis 15 Prozent der Laptops in diesem Jahr mit einem berührungsempfindlichen Display ausgestattet sein, sagte IDC-Analyst Bob O'Donnell der „Computerworld“. Zuvor waren die Marktforscher von 17 bis 18 Prozent ausgegangen, Hardware-Hersteller wie Acer etwa sogar von über 30 Prozent.

Mit dem Start von Windows 8.1 werden neue Geräte mit unterschiedlichen Formfaktoren unter anderem von Acer, Lenovo, Toshiba und Dell verfügbar sein, kündigte Microsoft an. Zudem bietet Microsoft sein eigenes Tablet Surface seit kurzem auch in der Pro-Variante an, das leistungsgleich mit einem Personal Computer ist. Surface nicht eingerechnet sind laut Microsoft derzeit rund 3000 zertifizierte Windows 8 und Windows RT-Geräte auf dem Markt.

Inzwischen etabliert sich Windows 8 jedoch mit langsamen Schritten auch auf Desktop-Rechnern, nach Erhebungen des US-Dienstleisters Net Applications kommt es auf einen Marktanteil von 5,4 Prozent. Windows 7 ist demnach mit 44,5 Prozent am weitesten verbreitet, gleich gefolgt von dem betagten Windows XP (37,2 Prozent).

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Microsoft-Betriebssystem: Windows 8.1 kommt im Oktober auf den Markt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Diese Gehacke auf Windows 8 wird langsam peinlich.
    Wer hat sich denn einmal ernsthaft damit auseinandergesetzt?
    Ich habe sämtliche Hard- und Software meines alten XP-Systems sofort und anstandslos ans Laufen bekommen. Treiberprobleme sind erst gar nicht aufgetreten! Und auch dieser eine Click, um auf den Desktop zu kommen - mein Gott, ist das soviel Arbeit?!
    Bei mir läuft Win8 Prof. schnell und zuverlässig und ich bin "nur" Anwender.

  • Wenn man diese Kommentare liest, fragt sich schon, warum Microsoft immer noch existiert und nicht Linux oder Android den Betriebssystemmarkt längst überrannt haben.
    Fakt ist, dass Microsoft nach wie vor führend bei Betriebssystemen, Servern und bei Office Programmen ist, mit Office 365 einen Volltreffer bei Enterprise-Cloud-Lösungen gelandet hat und der Aktienkurs in den vergangenen 3 Jahren um 30% gestiegen ist. Können sich so viele irren? Anwender, Unternehmen, Investoren?
    Oder sollten wir nicht irgendwann mal anerkennen, dass Microsoft nach wie vor ein Top-Unternehmen mit stabilen und ausgereiften Produkten ist?
    Ich habe mittlerweile Microsoft den Vista-Flop verziehen und Windows 8 und Office 2013 installiert... aus meiner Sicht im professionellen Bereich ohne Alternative.

  • Nachtrag: natürlich ist es mit Linux etwas einsam. Weder "telefoniert" das Betriebssystem ohne zu fragen "nach Hause", um die verwendete Software zu petzen, noch hat die NSA einen Premiumzugang zur Festplatte. Also, wer gerne Beachtung findet und seine Arbeit gerne querlesen läßt, für den mag Windows8 alternativlos sein. Möglicherweise bietet die NSA ja über Microsoft bzw Apple bald einen kostenlosen Backup-Service an. Oder natürlich man speichert die Daten in der Klaut eines US-Anbieters.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%