Microsoft
Buena Vista

Mit mehr Komfort und Sicherheit soll Microsofts neues Betriebssystem "Windows Vista" Kunden begeistern. Die Erwartungen sind groß an die erste grundlegend neue Version der weltweit erfolgreichsten Computersoftware. Ein Test.
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DÜSSELDORF. Es ist eng geworden in der Bürobox von Paul Donnelly. Seit Wochen stopft der Microsoft-Manager immer neue Bürocomputer, Notebooks und Monitore in seinem wenige Quadratmeter kleinen Arbeitsplatz im Hauptquartier in Redmont. Die Rechner braucht er dringend: Seit Anfang 2005 hat Donnelly einen der wichtigsten Jobs bei Microsoft. Er ist dafür verantwortlich, Fehler im wichtigsten Produkt des Konzerns seit langem zu finden, im neuen Betriebssystem Windows Vista - bevor es die Kunden oder die Hacker tun. "Zuletzt habe ich ständig auf neun Rechnern gleichzeitig Testversionen von Windows Vista überprüft", erzählt Donnelly.

Er koordinierte er die Tests der externen IT-Fachleute und wertete die Erfahrungsberichte der Microsoft-Entwicklungsabteilung aus. "Zum Glück", sagt Donnelly, "hatten wir zum Schluss nur noch kleine Bugs." Höchste Zeit, denn nun ist Vista "ready to manufacturing", wie das bei Microsoft heißt. Bereit zur Produktion erklärte Jim Allchin, der Chef der Windows-Sparte bei Microsoft, das Programm vor gut zwei Wochen. Damit rollte die Maschinerie an.

Die Erwartungen sind groß an die erste grundlegend neue Version der weltweit erfolgreichsten Computersoftware: "Wir stehen vor der spannendsten Markteinführung der vergangenen zehn Jahre", sagt Microsoft-Chef Ballmer. "Vista wird ein Katalysator für Wachstum in der ganzen IT-Industrie sein - und weit darüber hinaus." Vor allem für Microsoft. Windows ist neben der Bürosoftware Office noch immer der mit Abstand lukrativste Geschäftsbereich. Andere Sparten, so auch das Geschäft mit dem gerade erst in den USA präsentierten iPod-Konkurrenten Zune, fallen daneben noch immer kaum ins Gewicht.

Wie sorgfältig Donnelly und seine Hunderttausende Tester bei Microsoft und bei Partnerunternehmen gearbeitet haben, zeigt sich nun. Seit dem 30. November wird Microsofts neues Flaggschiff an Geschäftskunden ausgeliefert. Bis Computer mit vorinstalliertem Windows Vista in den Läden stehen, dauert es aber noch etwas: und zwar bis zum 30. Januar 2007. Viele PC-Benutzer fragen sich jetzt: Lohnt es sich, den Kauf eines neuen Rechners bis dahin zu verschieben? Und wenn ich keinen neuen Computer brauche: Sollte ich mir das Update vom fünf Jahre alten Windows XP auf eine der fünf Vista-Varianten leisten?

Zu den IT-Managern, die unmittelbar mit der Umrüstung der Computer auf die neue Windows-Version beginnen, zählt Gunnar Thaden, der Informatikchef (CIO) des TÜV Nord. Das Unternehmen war bereits seit Sommer 2005 einer von 35 deutschen Teilnehmern an Microsofts sogenanntem Technology Adoption Program (TAP), das Firmenkunden Zugang zu Vorabversionen von Vista gab. "Damit haben wir mehr als 700 bei uns genutzte Programme auf die Verträglichkeit mit Vista getestet und die Software anpassen können", so Thaden. Sein Fazit: "Mit Windows XP hat Microsoft in Sachen unternehmenstauglicher Software die Pflicht abgeliefert, mit Vista kommt nun die Kür."

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