Microsoft-Chef Ballmer
Windows 8 wird „riskant“

Wenn man den Worten von Microsoft-Chef Steve Ballmer glauben darf, wird die kommende Version des Windows-Betriebssystems das riskanteste Microsoft-Produkt aller Zeiten. Erste Überlegungen zu der neuen Windows-Version sind bereits bekannt.
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std/HB DÜSSELDORF/UNTERSCHLEISSHEIM. In einem seiner bekannt exentrischen Auftritte hat sich Microsoft-Chef Steve Ballmer erstmals zum Nachfolger des Betriebssystems Windows 7 geäußert. Auf dem Gartner Symposium 2010 in Orlando antwortete der Microsoft-Chef auf die Frage eines Analysten, welches das riskanteste neue Softwareprodukt sei ohne zu zögern: "Die nächste Version von Windows".

Niederländische Microsoft-Manager haben unterdessen den Zeitplan für das kommende Windows ausgeplaudert. Im niederländischen Firmenblog des Softwareherstellers hieß es, dass es "zirka zwei Jahre" dauern werde, bis die kommende Version von Windows erscheine. Später änderte Microsoft den Blog-Eintrag, allerdings hatte unter anderem die IT-Nachrichtenseite Cnet bereits einen Screenshot gemacht.

Bereits im Juni 2010 waren Powerpoint-Folien zu ersten internen Überlegungen von Microsoft für die neue Windows-Version an die Öffentlichkeit gelangt. Schon damals zeichnete sich ab, dass mit der neuen Windows-Version die klassischerweise evolutionäre Windows-Entwicklung einen Bruch erfahren wird.

Den Unterlagen zufolge plant Microsoft beispielsweise einen App Store ähnlich dem von Apple. Microsofts Partner sollen den Store dabei anpassen und unter eigenem Namen betreiben können. Außerdem plant Microsoft Herstellern die Freiheit zu geben, selbst Anpassungen an Windows vornehmen und es damit besser auf Geräteklassen wie Tablet PCs abstimmen zu können.

Außerdem soll das Microsoft-Betriebssystem sich von einem Geräte-zentrierten zu einem Benutzer-zentrierten System wandeln. Dazu erwägt Microsoft die Möglichkeit, persönliche Daten im Netz zu speichern und so stets die sofort eingerichtete Arbeitsumgehung unabhängig vom PC vorzufinden. Um den Wechsel zwischen Benutzeraccounts zu beschleunigen und zu vereinfachen, plant Microsoft dabei die Erkennung der User über die Webcam. Eine eingebaute Videokamera in PCs sei 2012 wahrscheinlich "allgegenwärtig", mutmaßt der Konzern in den Folien.

Darüber hinaus plant Microsoft den Unterlagen zufolge deutliche Verbesserungen bei der Startzeit und bei der Energieeffizienz - wohl auch eine Antwort auf die von Google geplante Windows-Konkurrenz Chrome OS, die kurz nach dem Einschalten des Geräts einsatzbereit sein soll. So soll Windows 8 in der Lage sein, den Prozessor selbst für Zeitspannen über 100 Millisekunden in den Ruhezustand zu schicken, ungenutzte Teile der Hardware sollen komplett deaktiviert werden.

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