Microsoft
Coole Jungs

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Microsoft denken? Langeweile? Notwendiges Übel? Dann werfen Sie mal einen Blick in die geheimen Labors des Softwareriesen. Da entsteht das neue Microsoft: frisch, aufregend - und irgendwann vielleicht sogar heißer als Apple und Google.
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DÜSSELDORF. In den hellen Küchen glänzen nagelneue Starbucks-Kaffeeautomaten. Die Lobby im Gebäude der Unterhaltungssparte ist mit Spielzeugen gespickt und mit Werbeplakaten für Computerspiele behängt. Auf einer Xbox-Spielkonsole läuft der Bestseller "Gears of War", dessen Held ballernd die Zivilisation rettet. Microsofts Millennium Campus liegt außerhalb des Hauptquartiers in Redmond im US-Bundesstaat Washington, rund fünf Kilometer Luftlinie vom Büro der Gründer-ikone Bill Gates entfernt. Das Gebäude ist typisch für Microsoft. Überall Glas, aber statt der weiter südlich im kalifornischen Silicon Valley üblichen Bürozellen haben die Mitarbeiter hier eigene Büros und können auch mal die Tür zumachen.

Microsofts hippste Mitarbeiter sitzen hier - und ihr Chef Peter Moore. Das Büro des gebürtigen Briten, seit 2003 bei Microsoft, ist winzig, rund zehn Quadratmeter groß. Der Schreibtisch ist an die Wand gedrückt, auf ihm drängen sich neben einem Flachdisplay Familienfotos. In einem Fenster des Monitors läuft ein Baseballspiel - Moore ist fanatischer Fan der Red Sox aus Boston und lässt sich jedes Spiel über einen Internet-Service auf den PC beamen.

Gerade hat Microsoft glänzende Zahlen bekannt gegeben, einen Gewinnsprung von fast 60 Prozent. Moores Konkurrent Ken Kutaragi, der bei Sony das Geschäft mit der Playstation leitet, ist Stunden zuvor nach einer Serie von Missgeschicken zurückgetreten. Microsoft, wundert sich Moore, soll nicht mehr cool sein? "Wir haben schließlich die wertvollste Marke der Welt", sagt er lässig.

Träum weiter. Die aktuelle Umfrage des Markenexperten Millward Brown Optimor sieht Vorjahressieger Microsoft nur noch auf Rang drei, noch hinter General Electric. Und neuer Primus ist Google, Microsofts Nemesis aus dem Silicon Valley.

"Wirklich?", fragt Moore.

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