Microsoft
Datenschützer nehmen Streetside ins Visier

Nach den heftigen Kontroversen um Google Street View droht auch Microsoft bei seinem Straßenatlas "Streetside" Streit mit Datenschützern. Es geht darum, ob ein Vorab-Widerspruch möglich sein muss oder nicht. Der Start des Dienstes könnte sich verzögern.
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Berlin/München Microsoft steuert mit Plänen für seinen Straßen-Panoramadienst "Streetside" auf einen Konflikt mit Datenschützern zu. Der bayerische Datenschutzbeauftragte Thomas Kranig bekräftigte am Freitag, dass er den Start des Konkurrenten von Googles Street View verzögern könnte, wenn Microsoft den Bürgern kein Vorab-Widerspruchsrecht gegen die Abbildung ihrer Hausfassaden einräumt. Der Software-Konzern sieht das nicht zwingend erforderlich. Google hatte in Absprache mit den Hamburger Datenschützern eine mehrwöchige Widerspruchsfrist vor dem Start von Street View eingeräumt.

"Wir waren uns über viele Punkte einig, in diesem waren wir aber unterschiedlicher Auffassung", sagte Kranig der dpa. "Darüber werden wir in Kürze nochmal sprechen." Auch Microsoft erhofft sich eine Klärung in den nächsten Tagen und Wochen, wie Sprecher Thomas Baumgärtner sagte. Das Softwareunternehmen will seinen Panoramadienst im Sommer starten. Ab dem 9. Mai sollen dafür Kameraautos zunächst in vier Städten in Bayern durch die Straßen fahren. Über die Kamerafahrten gibt es keinen Streit - aber darum, ob deren Bilder ins Netz dürfen, bevor Bürger die Möglichkeit hatten, der Abbildung ihrer Hausfassade zu widersprechen.

Microsoft sieht die Rechte der Bürger auf Basis der Selbstverpflichtungserklärung der Industrie gewahrt, die Anfang März an den damaligen Innenminister Thomas de Maizière übergebenen worden war. In der Erklärung enthalten ist auch ein Datenschutzkodex speziell für Geodatendienste. Der Rivale Google, ebenfalls Unterzeichner der Erklärung, hatte bei Street View noch zahlreiche Zugeständnisse an die Datenschützer gemacht.

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Kommentare zu " Microsoft: Datenschützer nehmen Streetside ins Visier"

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  • Es geht um die Privatsphäre und nicht um Häuserfassaden!
    Google und Microsoft fotografieren ja nicht nur Häuserfassaden sondern aus 2,5m Höhe (kein Mensch ist so groß) in die Gärten und Häuser hinein. Der Innenminister hat scheinbar noch keine Villen und Einfamilienhäuser in Deutschland gesehen. Außerdem kann doch die Industrie nicht über die Millionen Hausbesitzer verfügen und in deren Namen Zustimmungserklärungen geben.

  • Es geht um die Privatsphäre und nicht um Häuserfassaden!
    Google und Microsoft fotografieren ja nicht nur Häuserfassaden sondern aus 2,5m Höhe (kein Mensch ist so groß) in die Gärten und Häuser hinein. Der Innenminister hat scheinbar noch keine Villen und Einfamilienhäuser in Deutschland gesehen. Außerdem kann doch die Industrie nicht über die Millionen Hausbesitzer verfügen und in deren Namen Zustimmungserklärungen geben.

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