Microsoft Hololens
Marsreise mit der Holobrille

Bin ich auf dem Mars?, fragt sich unser Silicon-Valley-Korrespondent Axel Postinett. Er gehört zu den ersten, die die Hologramm-Brille Hololens von Microsoft getragen haben. Lesen Sie hier seinen Erfahrungsbericht.
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Seattle/MarsIch bin auf dem Mars. Ich drehe mich um, sehe den lebensgroßen  Mars Rover. Vor mir eine unwirtliche Geröll-Landschaft. Die unwirtlichste, die ich je gesehen habe. Scharf, hoch detailliert, beängstigend.

Zum Glück bin ich nicht allein. Mit mir ist noch ein anderer Wissenschaftler auf dem fernen Planeten, nennen wir ihn Bill. Bill zeigt mit einem Laser auf einen auffälligen Felsen. „Sollen wir den untersuchen?“ Ich stimme zu.

Mit dem Leuchtpunkt meiner Hologram-Brille fixiere ich den Stein und winkele den ausgestreckten Zeigefinger meiner Hand an. Der Rover wird den Felsen in sein Arbeitsprogramm für heute aufnehmen und bald hinfahren. Wir gehen ein Stück zusammen, um eine andere Formation zu untersuchen.

Tatsachlich bin ich auf der Erde, und zwar in einem fensterlosen Büro im Keller von Gebäude 92 auf dem Campus von Microsoft in Redmond. Dort zeigt der Konzern die Datenbrille Hololens, die er neben seinem neuen Betriebssystem Windows 10 vorgestellt hat. Ironischerweise ist es das offizielle Besucherzentrum, das das fensterlose Geheimlabor beherbergt. Wer hätte da gesucht?

Das Programm heißt „Onsite“ und ist eine Kooperation zwischen Microsoft und der Nasa. In „einigen Monaten“, so die offizielle Lesart, werden Wissenschaftler aus aller Welt mit einer Hologramm-Brille bewaffnet zusammen den Mars erkunden. Die holografische und dreidimensionale Welt, über die sie dann laufen, ist realistischer als alles, was es bisher gab. Wenn man sich die klobige Entwicklereinheit der Brille vom Kopf nimmt, mochte man sich unwillkürlich den Staub von der Hose klopfen.

Alle Rucksäcke und Smartphones mussten am Eingang abgegeben werden, bevor es an einem streng blickenden Wachmann vorbei in das geheimste Labor in Redmond ging. Notizen? Nur mit Stift und Papier. Die Mitarbeiter dürfen nicht namentlich genannt werden, kein Ton, keine Bilder sind erlaubt.

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