Microsoft prangert Urheberrechtsprobleme an
Google scannt deutsche Bücher

Die Bayerische Staatsbibliothek wird als erste deutsche Einrichtung am umstrittenen Google-Bibliotheksprojekt teilnehmen. Das teilten die Bibliothek und Google am Dienstag gemeinsam in München mit.

DÜSSELDORF. Das kalifornische Unternehmen scannt rund eine Millionen urheberrechtsfreie Werke ein und macht sie im Internet verfügbar. In den USA wirft Konkurrent Microsoft Google derweil systematische Urheberrechtsverletzung vor. Google erfasse in einigen amerikanischen Bibliotheken auch kopiergeschützte Werke. Microsoft arbeitet ebenfalls an der Erfassung der Weltliteratur. Ob sich Microsoft um das Münchener Projekt beworben hatte, wollte ein Sprecher des Softwareherstellers nicht kommentieren.

In einer Halle am Google-Stammsitz in Mountain View laufen die Scanmaschinen Tag und Nacht. Sie lesen Bestände von Bibliotheken wie der New York Public Library, Stanford, Harvard oder Oxford ein. Meistens, wie jetzt in München, werden nur urheberrechtsfreie Werke gescannt. In den USA digitalisiert Google zudem geschützte Werke. Von ihnen gibt es bei einer Suchanfrage neben den bibliografischen Informationen auch so genannte „Snippets“, kurze Textauszüge.

Das ist für Microsoft-Anwalt Thomas Rubin nicht akzeptabel. „Google sagt im Prinzip einfach nur: ,Vertraut uns und lasst uns kopieren’“, sagte er laut Redetext vor dem Verband der amerikanischen Verleger in New York. Der Text liegt der Nachrichtenagentur Bloomberg vor.

Die Attacke kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Vor wenigen Wochen musste Google in Belgien auf richterliche Anordnung Links auf Zeitungsartikel entfernen. Außerdem musste der Konzern Hunderttausende Videoclips von seiner Videoplattform Youtube löschen, die Urheberrechte verletzt hatten.

Google weist die Anschuldigungen Microsofts entschieden zurück. Der Konzern arbeite im Buchprojekt in Übereinstimmung mit internationalem Urheberrecht, das den „fairen Gebrauch“ vorsehe. Er verzichte auf das Kopieren, wenn ein Rechteinhaber dagegen Einspruch erhebe.

Microsoft kopiert nach eigenen Aussagen nur, wenn eine Erlaubnis vorliegt. Das entspricht dem „Google Partnerprogramm“. Hier geben Verlage ihre Bücher an Google, damit sie digitalisiert und beworben werden. Google verweist bei einem Suchtreffer auf Bezugsquellen wie Verlagsseiten oder Onlinehändler. Einnahmen aus Werbung werden geteilt. Der Buchbestand von Google soll fünfmal so groß sein wie der von Microsoft.

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