Mikrosystemtechnologie
Mikrochips ersetzen Kohle und Stahl

Früher war Dortmund durch die Monostruktur Kohle und Stahl geprägt, heute ist die Mikrosystemtechnologie der Inbegriff des Strukturwandels. Auch dank Subventionen zählt Dortmund zu den innovativsten Branchen-Clustern Europas: Von hier tritt ein kleiner Chip mit großer Wirkung an, um von Dortmund aus die Gesundheitsbranche zu erobern.

DORTMUND. Cardiac Research hat einen so genannten Bio-Chip entwickelt, der bei schweren Herz-Kreislauferkrankungen zum Einsatz kommen soll. „Mit dem Bio-Chip können wir sehr schnell die genetischen Risikofaktoren ermitteln“, erklärt Michael Gebauer, Geschäftsführer von Cardiac Research.

Mit dem Bio-Chip gewann Cardiac Research im vergangenen November den Gründungswettbewerb der Wirtschaftsförderung in Dortmund und mit dem dem Preisgeld gründeten sie die Firma CorTAG, die den Bio-Chip auf den Markt gebracht hat und vertreibt. „Der Standort hat uns hervorragend unterstützt“, sagt Gebauer. „Von der Entwicklung über die Markteinführung bis zum Ausbau der Geschäftsfelder können wir von der Förderung profitieren.“

Rund um Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren ein Cluster für Mikrosystemtechnologie (MST) entwickelt, der Firmen, Hochschulen, Forschungsinstitute und Ausbildungsnetzwerke verknüpft. Mit 2 300 Mitarbeitern und über 40 Firmen gehört die Region laut Fachverband für Mikroelektronik (IVAM) zu den drei größten MST-Clustern Europas. Vor drei Jahren gewann Dortmund den Eurocities-Wettbewerb der EU in der Kategorie „Innovation“. Der Grund: Die Stadt fördert die Branche mit Gründer-Wettbewerben, Forschungszentren, Informationsplattformen und baut auch jetzt die Infrastruktur des Standort weiter aus. „Unsere Stadt war lange von der Monostruktur Kohle und Stahl geprägt“, sagt Udo Mager, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund. „Heute ist die MST-Branche der Inbegriff des neuen Dortmund.“ Der Strukturwandel habe dazu beigetragen, dass die Arbeitslosigkeit in Dortmund von über 18 Prozent auf rund 13 Prozent im Jahr 2008 gefallen ist.

Das Vorzeige-Projekt der Wirtschaftsförderung ist die 2004 eröffnete MST.factory. Auf 9 400 Quadratmetern gibt es 16 Firmen aus der Mikro- und Nanotechnologie. Sie nutzen gemeinsam Maschinenpark, Geräte und Reinräume. „Der Andrang ist groß, immer mehr MST-Firmen wollen unsere Infrastruktur nutzen“, sagt Heiko Kopf, Geschäftsführer der MST.factory. „Aber wir halten derzeit zehn bis 15 Prozent der Fläche frei, damit die derzeitigen Firmen noch wachsen können.“ Auch MST-Firmen aus Russland, Großbritannien und den Niederlanden haben sich inzwischen dort angesiedelt.

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