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Milliardenschwere Aktienpläne um Telekom

Der milliardenschwere Verkauf von Telekom-Aktien durch die staatliche KfW-Bankengruppe ist nach Zeitungsinformationen schneller als erwartet abgeschlossen worden. Die Bücher seien bereits kurz nach dem deutschen Börsenschluss um 17.30 Uhr geschlossen worden.

dpa BONN. Der milliardenschwere Verkauf von Telekom-Aktien durch die staatliche KfW-Bankengruppe ist nach Zeitungsinformationen schneller als erwartet abgeschlossen worden. Die Bücher seien bereits kurz nach dem deutschen Börsenschluss um 17.30 Uhr geschlossen worden.

Das erfuhr das „Handelsblatt" aus Bankenkreisen. Eine offizielle Bestätigung war zunächst nicht zu erhalten. Die T-Aktien waren bei der KfW „geparkt“. Der Weiterverkauf bringe der Staatskasse keine Mehreinnahmen, hatte das Bundesfinanzministerium zuvor erklärt.

Der Preis für die insgesamt rund 300 Mill. zum Verkauf stehenden T-Aktien liege bei 15,05 Euro und damit am unteren Ende der von den Banken festgesetzten Bookbuilding-Spanne von 15,05 bis 15,20 Euro. Damit wären rund 4,5 Mrd. Euro erzielt worden. Die Telekom-Aktie hatte den Xetra-Handel am Montag bei 15,05 Euro geschlossen - ein Minus von 1,12 Prozent gegenüber dem Vortag. Eine KfW-Sprecherin wollte sich am Montagabend nicht zu einem möglichen Abschluss der Transaktion auf Anfrage von dpa-AFX äußern.

Ursprünglich sollte die Transaktion bis spätestens Dienstagmorgen abgeschlossen werden. Geführt wurde die größte deutsche Aktienplatzierung seit dem Börsengang der Post im Jahr 2000 von den US-Banken JP Morgan Chase, Citigroup und Morgan Stanley. Die KfW hatte sich entschlossen, bis zu 300 Mill. T-Aktien ausschließlich an institutionelle Investoren zu verkaufen.

Davon entfielen nahezu 200 Mill. Anteilsscheine auf eine Direktplatzierung am Markt plus Mehrzuteilungsoptionen von bis zu 30 Mill. Aktien. Weitere 70 Mill. Aktien sollten über Optionsscheine mit bis zu 18 Monaten Laufzeit an Investoren verkauft werden. Die Aktien stammen aus Beständen, die der Bund bei der KfW über ein Platzhaltergeschäft geparkt hatte. Nach der Transaktion hält die KfW noch rund zehn Prozent der Telekom-Anteile, der Bund ist direkt noch mit rund 26 Prozent beteiligt. Der Streubesitz bei der Deutschen Telekom erhöht sich nach KfW-Angaben um sieben Punkte auf 64 Prozent.

Mit dem Börsenrückzugsplan für ihre Internet-Tochter T-Online erntete die Deutsche Telekom zu Wochenbeginn heftigen Protest von Aktionärsschützern. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) warf dem „rosa Riesen“ vor, damit der Aktienkultur in Deutschland zu schaden. „Viele Kleinanleger haben den Eindruck, dass sie bei 8,99 Euro enteignet werden“, sagte SdK-Vorstandsmitglied Markus Straub, in einem dpa- Gespräch. Der Plan, T-Online-Aktionären einen Aktientausch in Telekom-Papiere oder 8,99 Euro je T-Online-Aktie in bar anzubieten, laufe in den Augen der treuen Kleinanleger auf einen Zwangsverkauf hinaus.

Die T-Online-Aktie verteuerte sich am Montag leicht auf 9,12 Euro. Die Telekom kostet der Rückkauf von T-Online einschließlich weiterer Schritte nach eigenen Angaben schätzungsweise drei Mrd. Euro.

Angesichts der Stimmenmehrheit der Deutschen Telekom auf der Hauptversammlung von T-Online sei absehbar, dass die Zeit der freien T-Online-Aktionäre nun zu Ende gehe. „Das schadet der Aktienkultur“, betonte Straub. „Wer noch von den T-Online-Aktionären der ersten Stunde dabei ist, wird letztendlich bestraft.“ Straub erinnerte daran, dass die Telekom den Börsenboom in Deutschland selbst mit ausgelöst und den Begriff der Volksaktie mitgeprägt habe. Wertpapiere seien als Altersvorsorge verkauft worden, betonte er.

Die Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) riet den schätzungsweise 1,5 Mill. Kleinaktionären von T-Online, das angekündigte Aktientauschangebot der Telekom abzuwarten. „Das ist gerichtlich überprüfbar“, betonte DSW-Sprecher Jürgen Kurz am Montag in Düsseldorf. Andere Rückkauffälle hätten gezeigt, dass im Zweifel zumeist mehr für die Privatanleger herausspringe. „Wir werden ganz massiv Opposition gegen diese Beschlüsse betreiben und Anlegerstimmen sammeln“, kündigte das SdK-Vorstandsmitglied Straub an. Im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten werde die SdK darauf pochen, dass ein fairer Unternehmenswert von T-Online angesetzt werde.

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