Milliardenschweres Geschäft
Google steigt in den TV-Werbemarkt ein

Mit Milliardeneinnahmen aus dem Internet-Werbegeschäft ist Google groß geworden – nun will der Suchmaschinenbetreiber auch in der Fernseh-Werbung kräftig mitmischen. Hierzu vereinbarte der US-Konzern eine Kooperation mit dem Satellitensender Echostar.

HB MOUNTAIN VIEW. Zusammen mit Amerikas zweitgrößtem Satelliten-TV-Betreiber werde Google einen ersten landesweiten Test starten, kündigte das Unternehmen am Dienstag in Mountain View (Kalifornien) an. Echostar betreibt das „DISH“-Netzwerk, auf dem rund 120 TV-Sender von insgesamt 13,1 Mill. Zuschauern empfangen werden können. Mit weiteren Kabel- und Satelliten-Betreibern sei das Unternehmen in Gesprächen.

Google treibt damit seine Strategie voran, die Effektivität und Messbarkeit seiner Internet-Werbung (“pay-per-click“) auch auf traditionelle Medien wie TV, Radio und Zeitungen auszudehnen. Echostar kann bereits jetzt messen, wann wieviele Zuschauer seine Programme anschauen. Mit dem neuen Internet-System „Google TV Ads“ sollen Werbetreibende schon bald verfügbare Sendeplätze lokalisieren, ihre Spots schalten und direkt die Zuschauerzahlen verfolgen können. Dadurch können sie ihre Werbung sehr gezielt auch auf kleine Kundengruppen - etwa ein Dutzend Zuschauer - zuschneiden. Bislang müssen Werbetreibende oft wochenlang warten, um zu erfahren, wie viele Zuschauer ihre Spots angeschaut haben.

Das neue „TV Ads“-Angebot baut auf dem Online-Werbesystem AdSense auf, mit dem Google im Internetmarkt einen Großteil seiner Milliardenerlöse erzielt. „Wir können jetzt auch einen effizienten digitalen Workflow für die TV-Werbung anbieten“, sagte Michael Steip, Sales Director Television Advertising bei Google, der dpa. Mit dem Einstieg in den TV-Werbemarkt will Google seine finanzielle Abhängigkeit vom Erfolg der Internet-Werbung abbauen. In den USA wurden nach Angaben von Merrill Lynch im vergangenen Jahr 46,7 Mrd. Dollar für TV-Werbung ausgegeben, Werbung im Internet ist zwar rasant auf dem Vormarsch, kam aber noch lediglich auf Ausgaben von 15,2 Mrd. Dollar.

Die Werbe-Clips sollen im Schnitt 30 Sekunden lang sein und je nach der Anzahl der Zuschauer bepreist werden. Über die Settop-Boxen der Fernsehzuschauer wird anonymisiert registriert, wie viele Menschen die TV-Spots anschauen oder bei Werbeeinblendungen auf einen anderen Kanal umschalten. Die beiden Partner wollen sich die Einnahmen teilen.

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