Missbrauch durch Apps So schützen Sie Ihr Facebook-Profil

Der Facebook-Skandal zeigt, wie unbewusst Nutzer Anwendungen Zugriff auf ihre Daten gewähren. Dabei reichen zur Überprüfung wenige Klicks.
Update: 22.03.2018 - 16:59 Uhr 1 Kommentar

Datenaffäre erschüttert Facebook – Welche Folgen hat der Skandal?

Datenaffäre erschüttert Facebook – Welche Folgen hat der Skandal?

DüsseldorfSelten sprechen Facebook-Freunde sich persönlich darauf an, was sie sich gegenseitig in den Newsfeed spülen. Doch manchmal werden sie stutzig: Hat jemand tatsächlich eine Seite mit „Gefällt mir“ markiert, die so gar nicht seinen Interessen entspricht?

In diesem Fall wurde wahrscheinlich einer App Zugriff auf das Profil gewährt, die selbstständig Seiten folgt. 270.000 Nutzer verknüpften im Jahr 2015 die App „thisisyourdigitallife“ mit Facebook. Es handelte sich um einen Psychotest, deren Ergebnisse ein Dozent aus Cambridge für wissenschaftliche Zwecke nutzen wollte.

Die Nutzer gewährten der Anwendung Zugriff auf Wohnort, Informationen über ihre Freunde und geteilte Beiträge. Was sie nicht wussten: Dass die Daten auch die Firma Cambridge Analytica genutzt hat und dadurch Informationen von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern erhielt.

Vielen Facebook-Nutzern ist nicht bewusst, welche Zugriffe sie Apps im sozialen Netzwerk erteilen. Dabei ist das in den Einstellungen von Facebook durchaus ersichtlich: „Auf Facebook sind dein Name, Profilbild, Titelbild, Geschlecht, Benutzername, deine Netzwerke und Nutzer-ID für Personen und Apps immer öffentlich verfügbar“, heißt es. „Apps haben außerdem Zugriff auf deine Freundesliste und alle weiteren Informationen, die du öffentlich machst.“

Wenn Sie den Zugriff von Apps auf diese Informationen überprüfen wollen, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  1. Klicken Sie oben rechts auf Ihrem Facebook-Profil auf den Pfeil neben dem Fragezeichen.
  2. Klicken Sie unten auf „Einstellungen“.
  3. Klicken Sie in der linken Spalte auf „Apps“.
Im Bereich „Einstellungen“ – „Apps“ können Sie überprüfen, welchen Zugriff Sie Anwendungen bei Facebook gewähren. Quelle: Screenshot Facebook
App-Einstellungen

Im Bereich „Einstellungen“ – „Apps“ können Sie überprüfen, welchen Zugriff Sie Anwendungen bei Facebook gewähren.

(Foto: Screenshot Facebook)

Nun können Sie verschiedene Einstellungen vornehmen. Im Bereich „App-Sichtbarkeit“ lässt sich einrichten, wer auf Facebook sehen kann, dass Sie eine App nutzen. Außerdem kann geregelt werden, welche Informationen Sie der App zur Verfügung stellen. Sie möchten Ihr den Zugriff auf Ihre Freundesliste, Ihr Alter und entziehen? Klicken Sie auf den blauen Haken.

Es kann natürlich sein, dass Sie dann eine App nicht mehr nutzen können. Ein Beispiel: Wenn Sie Instagram mit Facebook verknüpfen, also auch Fotos des sozialen Netzwerks auf Facebook veröffentlichen möchten, dann sollten Sie der App den Zugriff auch gewähren.

Wenn Sie generell einmal die Privatsphäre-Einstellungen Ihres Profils überprüfen möchten, finden Sie diese Option ebenfalls unter „Einstellungen“. Sie können standardmäßig für Facebook-Posts auswählen, ob nur Freunde oder auch andere Facebook-Nutzer die Beiträge auf Ihrer Facebook-Seite sehen.

Es ist allerdings auch möglich, die Einstellung für jeden Post individuell zu verändern. Im Nachhinein ist es ratsam, sich auf dem eigenen Profil das Aktivitätenprotokoll anzeigen zu lassen – Sie finden es auf neben Ihrem Namen oben rechts im Titelbild.

Sie können sich zudem Ihr Profil aus Sicht einer anderen Person anschauen. Dazu müssen Sie auf die drei Punkte neben „Aktivitätenprotokoll anzeigen lassen“ klicken und können dann sehen, wie die Öffentlichkeit Ihr Profil sieht oder den Namen eines bestimmten Freundes eingeben.

Werbetreibende können ihre Facebook-Anzeigen gezielt auf eine bestimmte Zielgruppe zuschneiden. Vielen Nutzern ist allerdings nicht klar, dass sie durchaus Einfluss darauf haben, was sie für Werbung angezeigt bekommen.

So können Sie die Einstellungen für Werbeanzeigen überprüfen:

  1. Klicken Sie oben rechts auf Ihrem Facebook-Profil auf den Pfeil neben dem Fragezeichen.
  2. Klicken Sie unten auf „Einstellungen“.
  3. Klicken Sie in der linken Spalte auf „Werbeanzeigen“.

Nun haben Sie die Möglichkeit, zu sehen, welche Interessen mit ihrem Profil verknüpft sind. Sie können diese auch entfernen. Gleiches gilt für Werbetreibende, mit denen Sie bereits interagiert haben: Wenn Sie Anzeigen von diesen in Zukunft verbergen möchten, können Sie einfach auf das „x“ klicken.

Im Bereich „Deine Informationen“ können Sie festlegen, worauf die Ihnen angezeigte Werbung basiert. Beispielsweise können Sie ausschalten, dass Ihnen Werbung angezeigt wird, weil Sie angegeben haben, verheiratet zu sein.

Am wichtigsten ist aber der Abschnitt „Einstellungen für Werbeanzeigen“ – hier können Sie ausschalten, dass Ihnen Werbung auf Grundlage der Websites und Apps, die Sie genutzt haben, angezeigt wird. Das gilt sowohl für Websites und Apps, die zu Facebook gehören, als auch für solche die mit Facebook kooperieren.

Sie können bei Facebook einstellen, dass die Websites, die Sie nutzen, keinen Einfluss auf die Anzeige von Werbung haben. Quelle: Screenshot Facebook
Einstellungen für Werbeanzeigen

Sie können bei Facebook einstellen, dass die Websites, die Sie nutzen, keinen Einfluss auf die Anzeige von Werbung haben.

(Foto: Screenshot Facebook)

Außerdem können Sie auch verhindern, dass bei ihren Facebook-Freunden damit geworben wird, welche Seiten von Werbetreibenden Ihnen gefallen.

Seit der Datenskandal bei Facebook öffentlich geworden ist, war auf Twitter in mehreren Ländern der Hashtag #deletefacebook ein Trend-Thema.

Nutzer, die Facebook gar nicht mehr nutzen möchten, haben zwei Möglichkeiten: Sie können ihr Konto deaktivieren oder es endgültig löschen. Ein deaktiviertes Konto kann jederzeit wiederhergestellt werden. Die Chronik von Personen, die ihr Konto deaktiviert haben, kann niemand sehen. Auch über die Suche kann die Seite nicht gefunden werden. Gesendete Nachrichten werden von Personen, an die sie gerichtet waren, weiterhin gesehen.

Nach der Löschung eines Kontos kann auf die Facebook-Seite nicht mehr zugegriffen werden. Allerdings dauert sie ein paar Tage – und meldet sich ein Nutzer innerhalb dieses Zeitraums wieder bei Facebook an, wird die Löschung abgebrochen. Bei Facebook selbst heißt es, die vollständige Löschung aller Daten aus den Sicherungssystem von Facebook könne zudem bis zu 90 Tage dauern. Jedoch könne in dieser Zeit niemand auf die Informationen zugreifen.

Auch nach dem Löschen eines Kontos können Freunde an sie gesendete Nachrichten noch angezeigt bekommen. Weiter heißt es: „Kopien einiger Materialien (z. B. Protokolle) können zwar in unserer Datenbank gespeichert bleiben, aber werden von persönlichen Identifizierungsmerkmalen getrennt.“

So gehen Sie vor, wenn Sie ihr Konto deaktivieren möchten:

  1. Klicken Sie oben rechts auf Ihrem Facebook-Profil auf den Pfeil neben dem Fragezeichen.
  2. Klicken Sie auf „Einstellungen“.
  3. Klicken Sie in der linken Spalte auf „Allgemein“ .
  4. Wählen Sie „ Verwalte dein Konto“ aus, scrollen Sie nach unten und klicken Sie auf „Deaktiviere dein Konto“.
Wenn Sie auf „Einstellungen“ – „Allgemein“ – „Konto verwalten“ klicken, können Sie Ihr Konto deaktivieren. Quelle: Screenshot Facebook
Konto verwalten

Wenn Sie auf „Einstellungen“ – „Allgemein“ – „Konto verwalten“ klicken, können Sie Ihr Konto deaktivieren.

(Foto: Screenshot Facebook)

Sobald Sie sich wieder mit Ihrer Mailadresse und Ihrem Passwort anmelden, wird das Konto reaktiviert.

Wenn Sie Ihr Konto dauerhaft löschen möchten, müssen Sie folgendes tun:

  1. Loggen Sie sich bei Facebook ein.
  2. Geben Sie www.facebook.com/help/delete_account im Browser ein.
  3. Klicken Sie auf „Mein Konto löschen“.

Unter der Option „Konto verwalten“ können Sie auch eine Kopie Ihrer Facebook-Daten herunterladen. Facebook empfiehlt diesen Schritt. Zudem können Sie auch regeln, was im Todesfall mit Ihrem Konto geschehen soll.

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  • Der beste Schutz ist keinen Facebook Account zu haben!

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