Mitmach-Projekt Wikivoyage
Wikipedia bekommt reiselustige Schwester

Die Wikipedia-Mutter Wikimedia hat den Online-Reiseführer Wikivoyage gestartet. Wei beim Online-Lexikon gilt das Mitmach-Prinzip: Die Nutzer schreiben die Artikel selbst.
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DüsseldorfWikipedia hat ein neues Schwesterprojekt: Das Reiseportal Wikivoyage ist am Dienstag offiziell gestartet. Unter dem Dach der Mutter-Organisation Wikimedia sammeln künftig ehrenamtliche Autoren gemeinsam Informationen für Reisende. Eine Testversion war seit September online.

Wikivoyage ist ein Mitmach-Reiseführer. Die ehrenamtlichen Autoren, die sich selbst Wikivoyager nennen, wollen auf der Website „praktisch anwendbares Wissen zu Reisezielen und Reisethemen“ sammeln. Dazu zählen Tipps zu einzelne Destinationen und Routen, aber auch Informationen zu Einreiseformalitäten, Telefongebühren im Ausland und Gesundheitsvorsorge.

In der englischen Ausgabe stehen rund 27.000 Artikel, in der deutschen rund 12.000. Das Portal gibt es in sieben weiteren Sprachen, darunter Französisch, Spanisch und Russisch. Die Inhalte des Reiseführers stehen unter einer offenen Lizenz und dürfen somit kostenlos genutzt, kopiert und verändert werden. Das Portal finanziert sich ausschließlich über Spenden.

Das Projekt gibt es bereits seit geraumer Zeit: 2003 ging das Mitmach-Projekt Wikitravel online. Die Gründer verkauften die Marke 2006 an die Firma Internet Brands, die den technischen Betrieb gewährleistete und im Gegenzug Werbung schaltete. Daraufhin spaltete sich ein Teil der Community aus vornehmlich deutschen Mitarbeitern unter dem Namen Wikivoyage ab. Nun überträgt der gemeinnützige Verein Wikivoyage Inhalte, Marke und Domains an die Wikimedia Foundation. Er unterstützt das Reiseführer-Projekt aber weiter.

Das Online-Lexikon Wikipedia ist das bekannteste Projekt der Wikimedia Foundation, doch die US-Stiftung betreibt auch diverse andere Plattformen, etwa die Datenbank Commons für Fotos und Videos oder die Zitatesammlung Wikiquote. Allerdings stehen alle Projekte vor der Herausforderung, ehrenamtliche Autoren zu gewinnen – die Zahl der Wikipedia-Mitarbeiter sinkt derzeit. Für Wikivoyage sind in Deutschland momentan rund 500 Autoren aktiv.

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