Mittelmäßige IT-Nutzung in Deutschland
Skandinavische Länder spitze

Ein DAI-Index macht die Nutzung der Informations- und Telekommunikations-Technologie weltweit vergleichbar. Während Schweden diese Liste anführt muss sich Deutschland mit einem Platz im Mittelfeld begnügen.

Der von der Internationalen Telekommunikationsunion ITU (www.itu.int) definierte Digital Access Index (DAI) ist ein Vergleichswert für die Nutzung der Informations- und Telekommunikations-Technologie in einzelnen Ländern. Ermittelt wird er aus fünf Faktoren: Infrastruktur, Erschwinglichkeit des Zugangs, Bildung, Qualität der IT-Dienstleistungen und Internet-Nutzung. In einer neuen ITU-Studie, in der 178 Staaten miteinander verglichen und bewertet wurden, birgt nun genau dieser Index einige Überraschungen. Unterteilt in 4 Gruppen gehören zu den Spitzenreitern, die man unter „High Access“ findet, Länder aus Nordamerika, Europa und Asien.

Bekannt ist in Fachkreisen, dass die skandinavischen Länder IT-Techniken intensiv Nutzen. So ist der Spitzenplatz Schwedens keine wirkliche Überraschung. Interessanter ist da schon, dass die USA als Geburtsstätte des Internets nur auf Platz 11 zu finden sind. Sie werden sogar von Korea, Hongkong, Taiwan und dem Nachbarn Kanada übertroffen. Deutschland landet zwischen Österreich und Australien nur auf dem 18. Platz. Da schneiden die Schweiz, Luxemburg, Singapur und Japan schon besser ab.

Als bestes Land des ehemaligen Ostblocks findet sich Slowenien in der Statistik. Aus der arabischen Welt sind die Vereinigen Arabischen Emirate der Spitzenreiter und als Spitzenreiter der afrikanischen Staaten findet man Uruguay auf Platz 51. Das Schlusslicht bei dieser Untersuchung bildet der afrikanische Staat Niger.

Bei der Internetnutzung konnte auch Deutschland keinen Platz unter den ersten fünf ergattern. Bei den Internetnutzern pro Einwohner rangiert Island sogar noch vor Schweden. Auf Platz 3 findet man Korea und dann erst die USA und Japan. Bei den Breitbandanschlüssen pro Einwohner finden sich auf den ersten fünf Plätzen drei asiatische Länder. Hier führt Korea von Hongkong, Kanada, Taiwan und Belgien.

Vergleicht man das aktuelle Ranking mit den Zahlen aus dem Jahr 1998, so sind es vor allem die asiatischen Staaten – allen voran Korea und Taiwan – die Boden gut gemacht haben. Auf der anderen Seite hat sich die größte Volkswirtschaft der Welt, die USA, in diesem Zeitraum von Platz 5 aus Platz 11 verschlechtert.

Die Studie zeigt auch dass die digitale Kluft zwischen den Industrienationen und dem Rest der Welt weiterhin besteht. Sie stärkt damit die Kritik der Vereinten Nationen. Die Ergebnisse einer UNCTAD-Konferenz in Genf belegen die drastische Kluft zwischen reichen und armen Ländern im Zugang zu Informationstechnologie und dem Internet. Dabei sieht das UN-Papier gerade im E-Commerce eine große Chance für die unterentwickelten Länder. „Das ist ein sehr starkes Instrument zur Entwicklung“, erklärte UNCTAD-Vizegeneralsekretär Carlos Fortin in Genf. Allerdings ist nicht nur die mangelnde technische Infrastruktur ein großes Hindernis, sondern auch der weit verbreitete Analphabetismus.

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