Mittelstand im Fokus
SAP wird größer, die Kunden kleiner

Eine SAP-Lösung für Winzer wäre auf der Computermesse Cebit vor wenigen Jahren wohl noch als amüsanter Scherz durchgegangen. Doch gestern präsentierte der weltweit größte Herstellers von Unternehmenssoftware auf seiner Pressekonferenz eine Software mit der die Weinhersteller ihren Keller optimieren können - ein Programm des SAP-Partners Kirbis.

tnt HANNOVER. Ganz bewusst habe SAP auf der diesjährigen Cebit "den Fokus auf den Mittelstand" gerichtet, hieß es. Denn rund 90 Prozent der Neukunden des Softwarekonzerns kämen mittlerweile aus diesem Segment. Dabei hat SAP jedoch nicht die Begrifflichkeit des deutschen Mittelständlers vor Augen, sondern meint damit Unternehmen, deren Umsatz zwischen 20 und 500 Mill. Euro liegt.

Gerechnet auf den reinen Softwareumsatz macht SAP bereits 31 Prozent seiner Umsätze im Mittelstand. Und bis 2010 soll dieser Anteil auf 45 steigen. Doch am Gesamtumsatz des Softwarekonzerns macht der Mittelstand nach Schätzungen von SAP-Chef Henning Kagermann nur rund "15 Prozent aus". Denn neben den reinen Softwareumsätzen erlöst SAP Einnahmen vor allen Dingen mit Wartung und Beratung.

Doch im Vergleich zu Großkonzernen ist der Mittelstand ein mühevolles Geschäft, denn "man möchte alles was die Großen haben, nur billiger und mit weniger Risiko", sagte Kagermann. Für diese Zielgruppe setzt SAP auf die Software "SAP All in One".



Rund 100 Branchenlösungen

"Rund 100 Branchenlösungen stehen auf der Grundlage dieser Softwarelösung in Deutschland inzwischen zur Verfügung", sagte SAP-Deutschlandchef Michael Kleinemeier. Und wie es das Beispiel der Winzersoftware zeigt, wollen die Walldorfer die Zahl dieser Branchenlösung mit Hilfe von Partnerunternehmen in Zukunft noch kräftig ausbauen.

Als größten Konkurrenten beim Kampf um den Mittelstand hat SAP den gleichzeitigen Partner Microsoft identifiziert. Denn mit der Sparte Unternehmensoftware "Microsoft Business Solutions" will der Marktführer der Softwarebranche ebenfalls in diesem Segment Unternehmenskunden gewinnen. "Doch diesem Wettbewerb stellen wir uns", sagt Kagermann.

Für SAP All in One hält Kagermann in diesem Jahr eine Zahl von "2000 Neukunden für machbar". Auf alle Fälle sollen es aber "deutlich mehr" werden als 2005. Nach Angaben des Unternehmens schlossen im vergangenen Jahr 1 700 Unternehmen Lizenzverträge für SAP All-in-One, was einem Umsatzvolumen von rund einer halben Milliarde Euro entspricht. Insgesamt stieg die Zahl der SAP All in One Software auf rund 7 000. Das ebenfalls für den Mittelstand angebotene Produkt "Business One" kommt dagegen vorwiegend bei Großunternehmen zum Einsatz. Diese binden mit der Software Filialen oder Niederlassungen an die Mutter an.

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