Mobile Geräte geraten immer mehr in den Fokus von Virenautoren
Handy-Trojaner tarnt sich als Virenschutz

Die ersten Handy-Viren waren harmlos. Mittlerweile lernen die Programmierer dazu und schreiben Schadprogramme, die immer ausgefeilter werden. Bald werden auch mobile Telefone nicht ohne Virenscanner auskommen.

hiz DÜSSELDORF. Wie die Sicherheitsexperten von F-Secure mitteilen, verbreitet sich seit einigen Tagen der Handy-Trojaner Skulls.L. Fatal ist, dass er sich als Raubkopie des F-Secure-Programms Mobile Anti-Virus tarnt. Das Virus greift mobile Telefone an, die mit dem Symbian-Betriebssystem laufen, wie die meisten Nokia-Modelle.

Skulls.L verbreitet sich per MMS oder Bluetooth und landet als Installationspaket auf dem Handy. Dort startet es mit dem harmlos scheinenden Dialog-Text: "F-Secure Antivirus protect you against the virus. And don`t forget to update this!" Natürlich wird bei Bestätigung keine Raubkopie des Sicherheitspaketes installiert, sondern die Systemdateien zerstört, so dass alle Smartphone-Anwendungen nicht mehr funktionieren. Der Hersteller F-Secure weist darauf hin, dass original SIS-Installationspakete von Symbian digital signiert sind. Eine Warnmeldung über die fehlende Signatur auf dem Display sollte den Anwender sofort alarmieren, die Installation sollte man dann nicht ausführen.

Die Anzahl der Virenangriffe auf Handys haben sich Expertenschätzungen zufolge seit dem November 2004 verzehnfacht. So wurde das Handy-Virus Commwarrior jetzt auch in Deutschland gesichtet, wie Virenforscher berichten. Damit verbreitet sich dieser Schädling seit Februar kontinuierlich weiter und ist mittlerweile in 12 Ländern aufgetaucht. Es ist ein Virus, dass für den Handybesitzer teuer wird, weil es MMS Nachrichten verschickt. Erst im März tauchte erstmals Fontal auf, der direkt das ganze Mobiltelefon unbrauchbar macht.

Diesen Trend haben auch die Antiviren-Hersteller erkannt und bieten nun Schutzpakete an, die auf neuen Handys installiert werden können. Auch die Mobilfunkbetreiber wollen ihren Kunden Schutz bieten. So bietet T-Mobil ebenfalls F-Secure Mobile Anti Virus an. „Wir bieten den Schutz als Service an“, erklärt F-Secure Geschäftsführer Hans-Joachim Diedrich. Gegen eine Gebühr von 9,58 Euro für sechs Monate wird der Schutz des Handys automatisch immer auf dem neusten Stand gehalten. Die Gefahr, dass Handys durch Viren verseucht werden, ist zwar im Moment bei weitem nicht so groß, wie bei PCs. Die Entwicklung der vergangenen Monate ist allerdings für den Insider Diedrich ein Indiz dafür, das mobile Geräte immer mehr in den Focus der Virenautoren geraten: „Es ist nur einen Frage der Zeit bis die Programmierer Mechanismen gefunden haben, die auch die Handy-Viren effektiv arbeiten lassen.“

Einige Mobilfunkanbieter in Europa, Asien und auf dem amerikanischen Kontinent wollen dem Vorbeugen und haben Virenschutzlösungen heute schon in den Gateways installiert, die die Verbreitung unterbinden sollen. Da Hacker und Virenschreibern möglichst wenig Informationen erhalten sollen, will keines der Unternehmen jedoch in der Öffentlichkeit genannt werden.

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