Mobiles Internet im Fahrzeug
Im Auto über W-Lan surfen

Das Auto wird zum privaten High-Speed-Internet-Hotspot: Egal ob W-Lan-Laptop, W-Lan-Digitalkamera, Palm -Handcomputer oder die Nintendo-DS -Spielekonsole der Kinder auf der Rücksitzbank - alle Insassen werden über nur einen Mobilfunkzugang gleichzeitig das Web erreichen können.

DÜSSELDORF. Das Funkwerk Dabendorf aus Dabendorf bei Berlin will noch im dritten Quartal 2008 eine Box für die Nachrüstung auf den Markt bringen, die all das ermöglichen soll.

Der Router wird über Mobilfunk (GPRS/EDGE/UMTS) Verbindung zum Internet halten und im Fahrzeug wie ein Allerwelts-W-Lan-Zugang (Hotspot) zu bedienen sein: Password für WEP- oder WPA-Verschlüsselung eingeben und lossurfen. Mit HSDPA-Datenverbindung werden maximal 7,2 Megabit pro Sekunde im Download möglich sein, was ungefähr einem DSL-6000-Anschluss zu Hause oder im Büro entspricht. Das Gerät wird nach Auskunft von Unternehmenssprecher Fabian Schaaf ohne Mobilfunkvertrag "deutlich unter 900 Euro kosten". Mit Mobilfunkern werde derzeit über einen subventionierten Vertrieb mit Datenflatrates verhandelt.

Der Luxus eines mobil verdrahteten Flitzers wird dann nicht nur gutbetuchten Käufern von Edelkarossen wie dem X6 von BMW vergönnt sein, der auf der Cebit präsentiert wurde. Die dort einbaute W-Lan-Technik kommt von T-Systems und wird mit einem T-Mobile-Vertrag angeboten. "Die Entscheidung, ob das System nur für Nachrüstung über Fachwerkstätten oder auch Endkunden angeboten wird, wird bald fallen", so T-Systems -Sprecherin Martina Weidmann. Auch T-Systems will im dritten Quartal starten.

UMTS-Router, die W-Lan und Mobilfunk verbinden, sind an sich ein alter Hut. Aber trotzdem war für die Box aus Berlin eine Menge zusätzlicher Aufwand nötig, so Schaaf. Um die Sicherheit der Autoelektronik zu gewährleisten, wurde die Sendeleistung stark reduziert, spezielle Bauteile garantieren die Funktionsfähigkeit auch bei extremen Temperaturen - von minus 20 Grad im Winter bis plus 75 Grad Celsius im sommerlichen Kofferraum.

Die Technik im robusten Kunststoffgehäuse muss zudem härteren Schlägen und starken Vibrationen wiederstehen. Eine extra programmierte Software sorgt dafür, dass der nahtlose Übergang von Funkzelle zu Funkzelle ("Handover") auch bei 200 Stundenkilometern funktioniert. Zielgruppen für die teuren Auto-Hotspots sind derzeit in erster Linie Firmenfahrzeuge, Taxis, Reisebusse oder Mietwagen.

Geschäftsreisende in den USA können die rasenden Router schon ausprobieren: Der Autovermieter Avis (» www.avisconnect.com) bietet an ausgewählten Standorten eine Auto-W-Lan-Box von Autonet zum Tagespreis von knapp elf Dollar (plus Steuern) an. Die Box wird über den Zigarettenanzünder angeschlossen.

Kleiner Trick: Wer einen 12-Volt-Adapter dabei hat, kann die Box abends im Hotelzimmer betreiben und sich so die horrenden Internet-Gebühren sparen. Zu den Vermietstationen, an denen die Boxen verfügbar sind, gehören Newark Liberty Intl. (bei New York), Chicago O'Hare, Las Vegas und natürlich nicht zu vergessen San Francisco Int'l Airport, das Tor zum Mekka der mobilen Surfer, dem Silicon Valley.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%