Mobilfunk-Gebühren
Schluss mit der Wegelagerei

Wenn Experten über die Preispolitik von Mobilfunkgesellschaften reden, greifen sie teilweise zu drastischen Worten.

Es sei "Wegelagerei", wenn die Unternehmen ihren Kunden plötzlich das Fünf- bis Zehnfache der im Inland üblichen Gebühren in Rechnung stellen, nur weil diese die französische oder österreichische Grenze überqueren und von dort in der Heimat anrufen.

EU-Kommissarin Viviane Reding hat sich dieser Sicht angeschlossen und will jetzt durchsetzen, dass diese so genannten Roaming-Gebühren deutlich niedriger ausfallen. Der Applaus der Verbraucher ist ihr sicher. Unsicher ist dagegen, ob die Kommissarin damit das Kernproblem löst und nicht an anderer Stelle neue Probleme entstehen lässt.

Fakt ist: Es ist bis heute nicht nachvollziehbar, wie sich die Preise für Mobilfunkgespräche aus dem Ausland zusammensetzen. Fakt ist auch: Viele Mobilfunkgesellschaften haben bereits neue Tarifmodelle eingeführt, die das grenzüberschreitende Telefonieren via Handy günstiger machen. Transparent sind die Preise dadurch aber nicht geworden. Der Tarifwirrwarr hat eher zugenommen. Im Kern wird den Kunden also noch immer Kleinstaatlichkeit vorgegaukelt, wo die meisten Mobilfunkfirmen doch schon lange grenzüberschreitend tätig sind.

Wenn Reding jetzt eine Regulierung der Roaming-Preise durchkämpft und den Mobilfunkgesellschaften dadurch Umsätze und Gewinne wegbrechen, dann werden diese versuchen, sich das Geld an einer anderen Stelle wiederzuholen. Denn die Unternehmen stehen unter Druck, sie kämpfen mit nachlassendem Wachstum. Das Problem der undurchsichtigen Preise im Mobilfunk wird also bestehen bleiben, wenn die Unternehmen es nicht endlich vielleicht einmal als Vorteil verstehen, ihre Gebühren transparent zu machen und sich dadurch von den Konkurrenten zu unterscheiden.

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