Mobilfunk-Konferenz in Cannes: Turbo für UMTS in Sicht

Mobilfunk-Konferenz in Cannes
Turbo für UMTS in Sicht

Nach langem Warten war es vor einem Jahr endlich soweit - mit ersten kommerziellen Angeboten wurde in Deutschland das UMTS-Zeitalter eingeleitet. So sehr sich der Start in die Länge zog, so rasch nimmt die neue Mobilfunkgeneration nun offenbar Fahrt auf: Schon Anfang 2006 soll eine Weiterentwicklung auf den Markt kommen, die mobile Datenübertragungen auf rund dreifache DSL-Geschwindigkeit und damit auf schnellstes Festnetzniveau hievt.

HB DÜSSELDORF/CANNES. Auf der Weltmobilfunkkonferenz, die wie jedes Jahr im Februar in Cannes stattfindet, wird das eines der großen Themen sein. Weitere Verbesserungen sind für 2007 in der Mache. In der südfranzösischen Stadt gibt sich die gesamte Mobilfunkbranche jedes Jahr ein Stelldichein. Dabei geht der Blick auch immer weit in die Zukunft. Schon forschen einige Hersteller an Übertragungsmöglichkeiten, die in fünf bis zehn Jahren kommen sollen und zumindest von der Kapazität her UMTS absolut in den Schatten stellen dürften. So präsentiert Siemens jetzt im Kongresszentrum an der Cote d'Azur zum ersten Mal einen Datendurchsatz von einem Gigabit pro Sekunde. Aus heutiger Sicht ist das ungeheuer viel: Mehr als das Tausendfache des normalen DSL-Tempos von 768 Kilobit und über 2000 Mal mehr als beim Empfang von Daten via UMTS.

Unter dem Schlagwort "Vierte Generation" (4G) laufen diese Experimente, die mit einem intelligenten System mehrerer Antennen in Verbindung mit einem Verfahren operieren, das die Signale weitgehend vor Störungen schützt. 2015 soll das Ganze marktreif sein. Bereits in fünf Jahren schwebt den Technikern vor, Daten mit immerhin 100 Megabit pro Sekunde durch den Äther zu schicken. Aber auch das würde den Aufbau völlig neuer Systeme erfordern, und noch sind nicht einmal die nötigen Frequenzen vergeben. Während die Entwickler vor allem in Fernost eifrig laborieren, fragen sich die Mobilfunkbetreiber, welcher Nutzen sich daraus überhaupt ziehen lassen kann.

"Das ist noch Musik für die ferne Zukunft, da sind Anwendungsbereiche und Geschäftsmodelle noch nicht klar", sagt Alfred Baier, der bei Vodafone Deutschland den Bereich Future Technologies leitet. Da so hohe Datenraten nur in einem kleinen Radius erzielbar seien, scheine eine breite Versorgung, zum Beispiel einer ganzen Stadt, illusorisch. Ganz anders sieht das mit den aktuellen Weiterentwicklungen von UMTS aus, der dritten Generation im Mobilfunk (3G). Zu den zentralen Themen hier wird in Cannes die Technik HSDPA (High Speed Download Packet Access) gehören - mit ihr bekommt das ohnehin schnelle UMTS noch zusätzlichen Drive.

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