Mobilfunkbranche
Wachstum durch Handy-TV erwartet

Die Einführung von Handy-TV rund um die Städte der Fußball-WM eröffnet der Mobilfunkbranche nach eigener Einschätzung enorme Wachstumschancen.

dpa KÖLN. Jetzt hänge alles davon ab, wie viele potenzielle Kunden bereit seien, sich mit dem Beginn des Testbetriebs in der kommenden Woche ein neues Gerät zu kaufen, sagte Christian Friege vom Mobilfunkanbieter debitel am Dienstag beim Medienforum NRW in Köln. Der Geschäftsführer der Medienberatungsfirma Goldmedia, Klaus Goldhammer, äußerte die Erwartung, dass in Deutschland im Jahr 2010 etwa 450 Mill. Euro mit Mobil-TV verdient werden könnten. Die Zahlungsbereitschaft der Kunden für Handy-TV werde nach Befragungen auf zehn bis 20 Euro pro Monat geschätzt.

Der Testbetrieb mit dem vor zehn Jahren in Deutschland entwickelten - und mittlerweile in Südkorea erfolgreichen - Standard DMB wird zunächst mit drei TV-Kanälen - ZDF, MTV und N24 - sowie einem Hörfunkkanal aufgenommen. Damit können die Handy-Nutzer 24 WM- Spiele live über das ZDF verfolgen. Die monatlichen Abo-Kosten sollen bei 9,95 Euro liegen.

Nach Angaben von T-Mobile-Geschäftsführer Philipp Humm haben etwa 25 Prozent der Kunden seines Unternehmens Interesse an Handy-TV. Nach seiner Darstellung ist sich die Branche weitgehend einig darin, dass das DMB-Format nur eine Übergangslösung sein könne und als künftige Norm DVB-H eingeführt werden solle, eine spezielle Handy-Version des digitalen Antennenfernsehens DVB-T, mit dem deutlich mehr Kanäle empfangen werden können. Laut Humm ist die Branche bereit, „größere Beträge zu investieren“, warte aber auf ein Zeichen aus der Politik.

Nokia-Manager Martti Granberg sieht ein großes Potenzial im Handy-TV-Markt. Sein Unternehmen setze auf offene internationale Standards und plane für einen Zeitrahmen von drei bis fünf Jahren. Nach Ansicht der Fachleute wird sich Handy-TV mit seinen Inhalten im wesentlichen am herkömmlichen Fernsehen orientieren. Je mehr es sich verbreite, umso stärker würden aber auch spezielle TV-Formate fürs Handy entwickelt, sagte Goldhammer.

Nach Einschätzung des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundeswirtschaftsministerium, Hartmut Schauerte, wird sich das Handy-TV durchsetzen, weil genug Menschen „meinen, es zu brauchen“ und andere diesem Vorbild folgten. Schauerte: „Es ist wirklich nicht nötig, aber die Menschen werden es haben wollen.“

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