Mobiltelefon-Trends der Cebit
Zwischen Handy-TV und Turbo-UMTS

Dass das Handy das Zeug zur Digitalkamera und zum MP3-Player hat, ist für viele Menschen nichts Neues mehr. Megapixel-Chips und Speicherkarten machen es längst möglich. Nun soll das Mobiltelefon zunehmend aber auch zum Hosentaschen-Fernseher werden.

HB DÜSSELDORF. Das Thema Handy-TV steht im Mittelpunkt des Schaulaufens der Mobilfunkindustrie auf der Cebit in Hannover. Außerdem geht es wieder einmal ums Tempo - kaum gestartet, bekommt UMTS deutlich mehr Drive. Doch Experten sind skeptisch, ob das im Massenmarkt Anklang findet. Und beim Handy-TV ist offen, wie die Netzbetreiber von der Ausstrahlung über Antenne profitieren können.

Die Mobilfunkunternehmen werden auf der Hightechmesse ihr Angebot an Fernsehen ausweiten, das teils auch live gesendet wird: Mit je sechs neuen Kanälen schicken Vodafone dann 30 und T-Mobile 14 Programme auf die Displays. Auch O2 bringt weitere Sendungen und bemüht sich über die Pro-Sieben-Sat1-Gruppe hinaus um zusätzliche Partner. Übertragen werden die Nachrichten, Sportberichte oder Vorabendserien einstweilen über UMTS. Doch hier zeichnet sich ein Problem ab: Diese Technik ist für eine große Nutzerzahl ungeeignet. Das ist praktisch nur über Rundfunk möglich.

Allen voran Nokia

Erste Telefone, die entsprechend funktionieren, werden zwar auf der Cebit präsentiert, allen voran von Nokia, Samsung und Alcatel. Aber noch ist absolut unklar, welche Sendetechnik sich in Deutschland und international durchsetzen wird. Ohnehin ist alles noch im Versuchsstadium. Zwei digitale Standards konkurrieren hier zu Lande um das mobile Antennen-Fernsehen: DVB-H und DMB. Bei letzterer Technik ist immerhin ein bundesweites Pilotprojekt in Sicht.

Jedoch hat dieser Übertragungsweg gehörige Nachteile: Er bietet nicht nur wenig Programme, sondern auch kaum Möglichkeit zur Interaktion. Darum ist DMB für die Mobilfunker nicht sonderlich attraktiv. Ihr klarer Favorit ist das leistungsstärkere DVB-H; alle Netzbetreiber bewerben sich um Sendelizenzen. Der Knackpunkt hier: Der Standard wird derzeit nur von den nördlichen Bundesländern unterstützt. Vor allem Bayern mauert. Einstweilen bleibt den Unternehmen daher nichts als abzuwarten.

"Insgesamt ist das Geschäftsmodell Handy-TV für die Mobilfunkanbieter weitgehend offen", konstatiert Arno Wilfert von der Unternehmensberatung Arthur D. Little. "Ich bin eher skeptisch, ob damit großartige Umsätze zu erzielen sind. " Wilfert rechnet erst in zwei bis drei Jahren mit nennenswerten Markteinflüssen.

Zur Fußballweltmeisterschaft im Sommer, darin sind sich die Experten einig, ertönt jedenfalls nicht wie ursprünglich einmal geplant der Anpfiff zur breiten kommerziellen Nutzung.

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