Mobiltelefone

Chip bringt Handybilder zum Laufen

Hochauflösende und gestochen scharfe Bilder in 3-D-Optik waren auf Handys bislang nicht möglich. Nun bringen leistungsfähige Grafikchips eine ungeahnte Grafikpracht auf den Bildschirm - und machen Fernsehen auf dem Mobiltelefon erst möglich. Dabei wird nicht nur eine hohe Videoqualität garantiert, die Chips sparen auch Energie.
Handy-TV auf einem Samsung-Mobiltelefon. Foto: dpa

Handy-TV auf einem Samsung-Mobiltelefon. Foto: dpa

SILICON VALLEY. Man meint, man könnte es anfassen. Das langsam rotierende Motorola-Logo schwebt auf dem kleinen LCD-Bildschirm plastisch abgehoben über einer Seen-Landschaft mit kräftigen Farben und glitzernden Wasser-Spiegelungen. Noch bleiben normalen Käufern des Mobiltelefons Motorola Razr V3x solche Grafikhighlights verborgen, die Nvidia-Manager Andrew Humber auf sein umgebautes Testmodell zaubert. Denn aus Kostengründen baut Motorola die integrierten Grafikchips GoForce 4800 noch mit abgeschalteter 3-D-Engine in die Telefone.

"Noch", betont Humber gegenüber dem Handelsblatt. Denn bald würden dreidimensionale Grafik und High-End-Video die Normalität sein. Anders sei auch der Trend zum Handy-TV - einer der Renner auf der diesjährigen Funkausstellung in Berlin - gar nicht realisierbar.

Zurzeit entwickeln sich die 3-D-Grafikprozessoren von der Nische zum Massenmarkt: Der kalifornische Chip-Spezialist Nvidia will innerhalb von drei bis vier Jahren mit den Multimedia-Winzlingen seinen Umsatz für Mobiltelefone auf rund 500 Mill. Dollar verzehnfachen. Damit entwickelt sich der Bereich Mobile-Video zum größten Wachstumssektor des Spezialisten für PC-Grafikkarten. Zwei von drei TV-Mobiltelefonen haben heute Nvidia-Chips, so Humber.

Nvidia hat nach eigenen Angaben derzeit rund 30 Prozent Marktanteil bei PC-Grafikkarten und rüstet rund 15 Prozent aller UMTS-Handys mit Grafikprozessoren aus. Schärfster Konkurrent bei Telefonen ist - wie auch bei PCs - der Chiphersteller ATI, der jüngst vom Intel-Konkurrenten AMD übernommen wurde.

"Der Handheld-Markt wächst gigantisch", sagt Michael Follner, Europa-Vertriebschef Handheld von ATI. Der Verkauf der ersten 100 Millionen Grafikchips der "Imageon"-Serie hat über drei Jahre gebraucht. "Die nächsten 100 Millionen werden wir in 2006 ausliefern", so Follner. ATI zeigt mit dem "Cyon SV 360" der koreanischen LG Electronics ein TV- und Gaminghandy der jüngsten Generation von ATI-Chips in Berlin.

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