Mobiltelefone mit Navigationstechnik
Digitale Fremdenführer

Telefonieren, Schreiben, Verwalten, Fotografieren – für ein normales Handy sind das heute eher Basisfunktionen denn Herausforderungen. Beim Navigieren, der Routenplanung, ist das anders. Dazu benötigen Handybesitzer immer noch eine separate GPS-Antenne. Die Navigationstechnik gleich integriert haben bislang nur die teuren Smartphones. Das soll sich ändern.

DÜSSELDORF. Motorola und der GPS-Chiphersteller Sirf wollen dafür sorgen, dass künftig alle Handys damit ausgerüstet sind. Davon würden nicht nur Anbieter von Routenplanern profitieren, sondern auch die Anbieter von Location based Services (LBS) – Internet-Diensten, die beispielsweise unterwegs anzeigen, wo sich der nächste Geldautomat oder das Kino in der Nähe befindet.

Motorola ist zurzeit der zweitgrößte Handyhersteller. Das Unternehmen will jetzt auch Location Based Services entwickeln. Sirf führt im Weltmarkt bei der Herstellung von GPS-Chips. „Bislang war das Problem, dass man den Chipsatz selbst ansprechen und für jeden Hersteller eine Schnittstelle schaffen musste“, sagt Manfred Breul vom Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Nun wollen die beiden Unternehmen ihre Techniken zusammenbringen. Das heißt, sie wollen eine Schnittstelle schaffen, mit der sich gemessene Positionsdaten leichter im Handy nutzen lassen. Zugleich sollen Handy-Programme wie für SMS, Internet oder Adressverwaltung darin integriert werden.

Ist man beruflich in einer fremden Stadt unterwegs, hilft einem das Handy dann nicht nur bei der reinen Routenplanung: Entschließt man sich etwa nach der Arbeit dazu, ins Kino zu gehen, könnte die gesamte Organisation dazu über das Mobiltelefon abgewickelt werden. Über einen Onlineservice wirft man einen Blick auf das Kinoprogramm, reserviert die gewünschte Karte und lässt sich gleichzeitig den Weg und die Zeit bis zum Vorführungsbeginn ermitteln: „Dies alles geschieht in einem Schritt mit wenigen Klicks", sagt Sirf-Sprecherin Birgit Günther. Zudem sollen die Standarddienste mit ortsbezogenen Anwendungen kombiniert werden. Dabei entstehen Dienste wie „Buddyfinder": Sie vergleichen gespeicherte Kontakte mit der näheren Umgebung. Auf dem Weg ins Kino zeigen sie zum Beispiel an, wo sich die nächste Filiale der Hausbank befindet.

Nokia setzt ebenfalls auf die GPS-Technik: Der Marktführer für Mobiltelefone will ebenfalls seine neuen Handys mit GPS-Chips ausstatten. Das Hightec-Multimediagerät N95 hat diese bereits zusammen mit der Navigations-Software „smart2go“ integriert. Das finnische Unternehmen hatte sich im vergangenen Jahr Verstärkung geholt und den Anbieter von Routenplanungs- und Navigationssoftware „Gate 5“ gekauft.

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