Modellversuch
Online sein – ohne eigenen Computer

Wer sich nicht mit einem Computer herumschlagen möchte, aber dennoch hin und wieder im Internet surfen möchte, der kann – wenn er im Raum Bielefeld wohnt – an einem Modellversuchs teilnehmen, den der regionale Telekommunikations-Anbieter Bitel Anfang der Woche zusammen mit dem IT-Serviceanbieter Siemens Business Services (SBS) gestartet hat.

BERLIN. Das bundesweit bislang einmalige Experiment wendet sich vor allem an ältere Menschen, die sich bei der Bedienung und Instandhaltung eines PC überfordert fühlen. „Viele Menschen, haben keine Lust sich mit der Installierung von Antivirenprogrammen und einer Firewall zu beschäftigen, wenn sie nur einen Gruß per E-Mail an ihre Tochter schicken wollen“, sagt Alfred Kerscher, Geschäftsführer von Bitel. „Solchen Nutzern wollen wir mit unserer Lösung aus einer Hand diese Sorgen künftig abnehmen.“

Möglich macht das die so genannte Thin-Client-Technologie, bei der ein zentraler Rechner das Betriebssystem und alle Programme bereithält, um sorglos im Internet surfen zu können. Der Nutzer braucht lediglich einen Bildschirm, eine Tastatur mit Maus, einen DSL-Anschluss sowie eine kleine Box, die über die Telefonleitung, alle Eingaben an den Computer überträgt. Statt einen eigenen Computer zu betreiben, arbeiten User am Großrechner, wo auch ihre Daten abgespeichert werden.

In Unternehmen und Behörden ist diese im Fachjargon „Server Based Computing“ genannte Technik seit Jahren Alltag. Die Resonanz sei gut, sagt Kerscher. „Ohne Software-Pflege, ständiges Aktualisieren des Virenschutzes oder IT-Kenntnisse bekommen unsere Kunden Zugang zum Internet, können Texte und E-Mails schreiben, Adressen verwalten, per Internet Routen planen oder elektronische Fotoalben anlegen“, umreißt Kerscher die Möglichkeiten.

Technik und Konzept kommen von SBS. „Für Industriekunden bieten wir solche Lösungen schon lange an, weil Unternehmen Anschaffung und Administration von PCs für jeden Mitarbeiter zu teuer ist. Warum sollen von dieser kostengünstigen und bequemen Lösung nicht auch Privatkunden profitieren?“, fragt SBS-Sprecher Jörn Roggenbuck.

Er schätzt, dass etwa drei Prozent der Gesamtbevölkerung potenzielle Kunden sind. Allein für den Großraum Bielefeld ist die Quote auf zehn Prozent hochgerechnet worden. Natürlich stößt die Thin-Client-Lösung an Grenzen: „Gerade jüngere User, die Computerspiele, Webradio oder andere spezielle Anwendungen nutzen wollen, eignet sich die Technik nicht, weil sie allein für Standardsoftware ausgelegt ist“, macht Roggenbuck klar.

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