Multimediafilme
„Als stünde man mittendrin“

Besucher des Multimedia Domes auf der Internationale Funkausstellung erfahren auf dem Fraunhofer-Stand ein ganz neues Klangbild. Das Kuppel-Kino verbindet Bild und Klang zu einem wirklichkeitsnahen Erlebnis.

BERLIN. Wie das Gespenst über den Köpfen der Zuschauer des Kuppel-Kinos durch einen Wald schwebt, ist schon unheimlich. Der Klang folgt dem Bild. Wenn man die Augen schließt, kann man genau sagen, ob die Zischlaute nah oder fern sind, von vorne oder hinten, links oder rechts kommen. Bei geöffneten Augen vermittelt das Bild die Illusion, mitten in einem Wald zu stehen. Der so genannte Multimedia Dome, den die Fraunhofer-Entwickler auf der Internationalen Funkausstellung in Halle 5.3, Stand 13 aufgebaut haben, verbindet 360 Grad-Sehen und 3-D-Hören zu einem authentischen Erlebnis. Man hat das Gefühl, man stünde mitten im Geschehen.

"Für einen wirklichkeitsnahen Eindruck ist neben dem Bild ein natürlicher Klang entscheidend", sagt Ivo Haulsen beim Fraunhofer für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik-Institut (First) zuständig für interaktive Systeme. Den liefert das Soundsystem Iosono, das die Kollegen vom Fraunhofer für Digitale Medientechnologie-Institut (IDMT) entwickelt haben. Mit ihm folgen dreidimensionale Klänge den Bildern. "Was wir hier realisiert haben, ist etwas grundlegend anderes als die bekannte 5.1-Surround-Technik bei der nur wenige Zuschauer von einem optimalen Klang profitieren", sagt IDMT-Entwickler Michael Beckinger.

Das neue System kennt keine separaten Audiokanäle mehr. Pegel, Position und Abstand der Schallquellen werden getrennt von den Schalleigenschaften des Raumes aufgezeichnet und bei der Aufführung in Echtzeit verarbeitet, so dass jedes einzelne Geräusch frei bewegt werden kann. Auf diese Weise wird interaktives Kino möglich, etwa wenn wie bei der Demonstration auf der Ifa das Gespenst per Maus durch einen Wald bewegt wird. Die einzelnen Klangkomponenten werden dabei automatisch auf den Raum zugeschnitten. Bei dem Fraunhofer-Kuppel-Kino folgt der Ton über rund 100 Lautsprecher dem Bild.

Es muss aber keine Kuppel sein. Das Sound-System kann in beliebigen Räumen eingesetzt werden. Erste Kinos, wie die Lindenlichtspiele in Illmenau, sind bereits mit Iosono ausgestattet worden. Für die Zuschauer gibt es dort keine besseren oder schlechteren Plätze mehr - zumindest, was den Klang anbelangt.

Das dreidimensionale Bilderlebnis im Multimedia Dome ist, was den auf der Ifa gezeigten Demonstrator anbelangt, zwar kaum besser als in einem Imax- oder 3-D-Kino. Doch im Unterschied zu diesen aufwendigen Techniken, dürfte eine weitere Innovation künftig dafür sorgen, dass die Technik auch bei Präsentationen, Simulationen und Multimediainstallationen eingesetzt werden kann. So haben die Forscher des Fraunhofer First zusammen mit Carl Zeiss eine Software entwickelt, die die Produktion von Multimediafilmen drastisch vereinfacht.

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