Multimediainhalte im Haus verteilen
Drahtloses Audio-Interface

Die Internationale Funkausstellung in Berlin hat gezeigt, dass die Grenze zwischen Computern und der Unterhaltungselektronik verschwindet. Eine WLAN-Steuerung für so genannte Mediaserver bringt digitale Musik ins Wohnzimmer - ohne Lüftergeräusche und Kabelsalat.

hiz DÜSSELDORF. Mit dem Noxon 2 Audio stellt das deutsche Unternehmen Terratec eine Fernbedienung für digitale Musik vor. Per WLAN können Audiodateien, die auf der Festplatte eines Rechners gespeichert sind, oder Internetradioprogramme mit bis zu 54 MBit/s im Haus verteilt werden.

Musik vom Computer über die Hifi-Anlage hören - und das schnurlos über verschiedene Zimmer hinweg, diese Vision vom vernetzten Zuhause war auf der diesjährigen Funkausstellung greifbar wie noch nie. Computer- und Unterhaltungselektronik verschmelzen nahezu nahtlos zum Medienserver, drahtlose WLAN-Funknetzwerke zur Verknüpfung der Geräte werden alltäglich. Auf diesen Trend setzen auch die Entwickler aus Nettetal. Bestätigt sehen sie ihre Einschätzung durch den Erfolg des ersten Noxon-Moduls, das noch recht spartanisch ausgestattet war: "Er wurde stärker gekauft als wir produzieren konnten", gesteht Terratec-Geschäftsführer Heiko Meertz in einem Gespräch mit Handelsblatt.com.

Das neue Modell, im Design angelehnt an den Apple iMac mini, steuert einen PC, der an einem beliebigen Ort stehen kann, über ein drahtloses WLAN-Netz, das eine Übertragungsrate von bis zu 54 MBit zulässt. MP3- oder WMA-Files können darüber ausgewählt und via Audioanlage abgespielt werden. Damit keine Fremden in das eigene Netz eindringen, kann der Datentransfer WPA-verschlüsselt werden. "Allerdings sind 80 Prozent aller WLAN-Hotspots heute noch unverschlüsselt", beklagt Entwicklungschef Uli Gobbers den Leichtsinn der Anwender. "Ich habe den Versuch in einem kleinen Ort gemacht. Fast flächendeckend hatte ich Zugriff aufs Internet über die WLANs privater Anwender", bestätigt Heiko Meertz.

Der Vorteil einer drahtlosen Übertragung sind die meist fehlenden Kabel in der Hausinstallation. Herkömmliche Rechner sind wegen der Lüftergeräusche im Wohnzimmer störend, Netzwerkkabel bis an die Audioanlage sind noch recht selten. Allerdings sind die Übertragungsraten drahtloser Netze beschränkt, auch Bauten mit hohem Stahlanteil in Wänden und Decken beeinträchtigen die Übertragung. Deswegen kann bei vorhandener Installation das Gerät auch per Ethernetkabel in das Hausnetz integriert werden.

Bedient wird der Noxon 2 menügesteuert mittels Navigationstasten. "Die Herausforderung ist, die Bedienung so einfach zu machen, dass jeder damit zu Recht kommt. Hierzu ist die Software der Schlüssel", beschreibt Uli Gobbers die Aufgaben, denen sich die Entwickler stellen mussten.

Der Anschluss an die HiFi-Anlage erfolgt über einen analogen oder digitalen Audioausgang. Eine USB-Hostschnittstelle erlaubt den Anschluss eines Massenspeichers, wie einem Memorystick oder einem MP3Player. Die dort gespeicherte Musik kann direkt lokal abgespielt werden. Auch iPod-Playlisten werden abgespielt.

Als Medienserver kann ein Windows-PC, ein Apple MAC oder ein Linux-Rechner dienen. Dort wird die mitgelieferte Tonkyvision Software installiert, die die Inhalte auf der Festplatte verwaltet und über 2000 Internet Radiostationen kennt. Diese werden hierarchisch sortiert und über die Fernbedienung nach Land, Region und Genre ausgewählt.

"Der Vorteil dieser Architektur ist, dass man von Rechnergenerationen unabhängig ist", erklärt Heiko Meertz. Bei einem Austausch des Rechners muss nur die Serversoftware auf die neue Maschine gespielt werden und das System ist wieder einsatzfähig. Nach seinen Aussagen setzt das Unternehmen auf diese Infrastruktur und plant den weiteren Ausbau der Noxon Reihe.

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