Musik-CDs
Sony BMG wegen Kopierschutz verklagt

Das Debakel um die Kopierschutzsoftware XCP, mit der zahlreiche Musik-CDs von Sony BMG ausgestattet wurden, hat nun auch juristische Folgen. Der US-Bundesstaat Texas hat den Musikkonzern verklagt, das XCP Sicherheitslücken auf PCs verursacht.

HB HOUSTON. Die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaates machte am Montag in ihrer Klage geltend, dass mehrere CDs von Sony zwingend ein spezielles Programm von Sony BMG benötigen, um auf Computern abgespielt zu werden. Die Software bleibe anschließend „versteckt und aktiv“ und verursache Sicherheitsrisiken. Zudem hätten Vertreter der Staatsanwaltschaft trotz eines angekündigten Rückrufprogramms noch am Sonntag CDs mit der Software kaufen können. Als Strafe werde 100 000 Dollar pro Verstoß gegen das texanische Verbraucherschutzgesetz beantragt.

Ein Sprecher von Sony BMG teilte am Montag mit, der Konzern werde vollständig mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche angekündigt, alle CDs mit XCP aus dem Handel zu nehmen und ein Umtauschprogramm eingeleitet. Auch könne Software heruntergeladen werden, die die Sicherheitslücke schließen soll. Sony BMG ist ein Gemeinschaftsunternehmen des japanischen Elektronikriesen Sony und des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann.

Das XCP-Verfahren sollte das Kopieren von Musik-CDs erschweren. Es wurde auf Alben von 52 Künstlern eingesetzt, darunter von Ray Charles, Frank Sinatra, Louis Armstrong und Celine Dion. Etwa 4,7 Mill. CDs sind damit hergestellt worden, 2,1 Mill. davon wurden verkauft. Die Software installiert sich von selbst, wenn eine mit XCP ausgestattete Musik-CD auf einem PC abgespielt wird. XCP verursacht jedoch eine Sicherheitslücke, die Hacker zum Einschleusen von Computer-Viren benutzt haben. Der Softwarehersteller Microsoft stuft XCP als Sicherheitsrisiko ein. Normale CD- oder DVD-Spieler und Apple-Computer sind von XCP nicht betroffen.

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