Musikmanager
Deutsche Musikfabrik im Second Life eröffnet

Was haben Duran Duran, Suzanne Vega und U2 gemein? Ihren Auftritt im Paralleluniversum Second Life. Und die deutsche Rockhaus Entertainment will in dem illustren Kreis jetzt mitmischen und hat sich ein Musikei ins Paralleluniversium gelegt. Neben Shows und Entertainment soll es in der "Rockhaus Eggtory" auch knallhartes Business für angehende Musikmanager geben.

DÜSSELDORF. Die digitale "Rockhaus Eggtory" soll eine Mischung aus Show und Business sein, sagt Thorsten Schulz, Managingpartner bei der schwäbischen Musikfirma Rockhaus Entertainment. "Wir wollen Musikern und Bands Anlaufstelle und Kommunikationsplattform im Second Life bieten." Für 1000 Linden Dollar (rund 2,50 Euro) können Interessenten eine Zelle in dem Ei erwerben, pro Monat werden dann "ein paar Hundert" Linden Dollar Unterhaltskosten fällig. "So genau wissen wir das noch nicht", sagt Schulz, "das ist doch alles noch völliges Neuland für uns."

Den Bau mit dem eigenwilligen Ei-Design hat die französische 3-D-Designerin Kahlie Niven verantwortet, die sich auch um den laufenden Unterhalt kümmern soll. Second Life ist eine digitale Welt, erbaut und im Besitz ihrer Bewohner, die in Form digitaler Ebenbilder (Avatare) am Leben dort teilnehmen.

Rockhaus bietet in der "ersten Welt" einen zertifizierten Lehrgang zum Musikmanager an, der im Second Life seine Erweiterung finden soll. Einmal monatlich ist Büffeln im Präsenzunterricht in den Schulungsräumen nahe Stuttgart angesagt, danach gibt es guten Rat online für die Schüler, die oft mit ihren Bands auf Tour sind. "Unsere Dozenten werden nach Terminabsprache für Tutorien bereit stehen", verspricht Musikmanager Schulz. Der Unterschied zu anderen Online-Tutorien liegt in Second Life bei der "körperlichen" Anwesenheit der Avatare der Tutoren, sozusagen der echten Gesprächssituation. Dabei können sich die Gesprächspartner auch Dateien oder Schriftstücke per Datenfiles zukommen lassen. Schulz: "Diese Emotionalität wollen wir ausnutzen."

Die angehenden Musikvermarkter lernen so auch spielerisch, sich in der virtuellen Welt zurecht zu finden, die nach Ansicht vieler Marktbeobachter eine zentrale Rolle in der Musikindustrie der Zukunft spielen wird. Ob Second Life, Youtube, Myspace oder Spymac - digitale Vermarktungsstrategien für Community-Plattformen werden immer wichtiger, Bands und Musikfirmen müssen lernen, sich hier zu präsentieren. "Bei uns kann der Manager aus Niedersachsen mit der Gruppe aus Denver quatschen. Die können Tipps austauschen oder Songs." Damit soll sich die Alternativ-Musikbude von den zahlreichen Marketing-Veranstaltungen unterscheiden, die längst mit ihren endlosen Verkaufsbuden und bunten Werbeständen das Second Life-Terretorium überziehen wie die unvermeidlichen blinkenden Neontafeln und winkenden Glückskatzen Tokios Amüsierviertel Shinjuku.

Das digitale Bauprojekt von Rockhaus im "SL" ist sogar - das nun wirklich ganz im Unterschied zur realen Welt - mit nur einem Bruchteil der veranschlagen Mittel von 40 000 Dollar in nur vier Wochen realisiert worden, sagt Schulz. Interessenten können sich seit 1. Februar bei Rockhaus für einen Platz auf dem Ei-Land anmelden.

Als erste Band der Eggtory wird „Up In Hell" in Second Life auftreten. "Wir verhandeln gerade mit zwei Clubs über die Auftritte", sagt Schulz. Die Auftritte sollen das neue Album der noch unbekannten Newcomerband pushen, das Rockhaus gemeinsam mit dem Kölner Label Nuro Music herausbringt.

Das ist Learning by Doing nach Art des Internets.

Links:


Die Welt: www.secondlife.com


Die Firma


Die Rockhaus Eggtory


Reiseführer durch das Second Life

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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