Myspace.com
Spiel ohne Grenzen

Die US-Suchmaschine Google hat sich gegen Microsoft und Yahoo durchgesetzt und eine Kooperation mit Myspace.com vereinbart. Im Kampf um die US-Werbemilliarden haben die Konkurrenten wieder einmal das Nachsehen.

DÜSSELDORF. Die neuen Herren des Internets bitten zur Kasse. Die weltgrößte Internetsuchmaschine Google muss für das Recht, auf der Social-Networking-Seite Myspace.com die Suchtechnik zu stellen und Werbeeinblendungen vorzunehmen, die immense Garantiesumme von mindestens 900 Millionen Dollar bezahlen.

Der auf vier Jahre ausgehandelte Deal ist nicht nur der bislang teuerste einzelne Online-Werbevertrag in der noch jungen Geschichte des World Wide Web. Er stellt auch einen Meilenstein im Rennen um die Online-Werbemilliarden der Zukunft dar zwischen den drei Branchenriesen Google, Yahoo und Microsoft (MSN) dar.

Google blieb dabei kaum eine andere Wahl. Die Investition ist nötig, um in einer sich rasch verändernden Online-Welt die Web-Nutzer von morgen zu erreichen. Und die Einsätze in diesem Spiel werden immer höher.

Myspace.com ist eine Erfolgsstory wie Google selber. Es ist nicht nur die meistgeklickte Webseite Amerikas, sondern auch die rasant wachsende Zahl der Mitglieder ist beeindruckend. Im Lauf dieser Woche wird die Kontaktbörse vermutlich 100 Millionen überwiegend jugendliche Mitglieder zählen. Im Prinzip ist es nicht mehr als ein gigantisches Schaufenster der Eitelkeiten. Jeder kann hier sein persönliches Zuhause im Internet eröffnen, Fotos und Informationen über sich und seine Umwelt auf eine Web-Seite einstellen. Soziale Interaktion und selbst erstellte Inhalte – das sind die Erfolgsrezepte im Internet der zweiten Generation.

Die Kooperation zwischen Google und Myspace.com ist ein Schlag ins Gesicht für die ausgebooteten Konkurrenten Microsoft und Yahoo. Der Internetpionier Yahoo muss seinen Platz auf Myspace.com jetzt räumen. Im kalifornischen Hauptquartier von Yahoo zeigt man sich zugeknöpft ob des Verlusts. „Die Zusammenarbeit war finanziell nicht lohnend“, sagte eine Sprecherin lediglich, ohne Details zu nennen. Microsoft hat bisher gar keinen Kommentar abgegeben.

Kein Wunder. Microsoft wird nun schon zum zweiten Mal kurz hintereinander gedemütigt. Voriges Jahr schnappte Google der Gates-Company einen fünfprozentigen Anteil an AOL quasi vor der Nase weg – allerdings für den Kaufpreis von einer Milliarde Dollar. Nur über diesen Umweg konnte sich Google dauerhaft als Such- und Werbepartner einnisten.

Seite 1:

Spiel ohne Grenzen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%