Nach Angriff auf die Telekom: Warum das WLAN auch einmal ausbleiben sollte

Nach Angriff auf die Telekom
So sichern Sie Ihren Router ab

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Warum das WLAN auch einmal ausbleiben sollte

Funktionen abschalten

Neben dem Fernzugriff bietet der Router viele andere Möglichkeiten, die nur wenige Nutzer ausreizen. Das BSI rät daher, nicht benötigte Funktionen zu deaktivieren. Das gilt besonders für UPnP: Dieser Standard erkennt automatisch Geräte und verbindet sie mit dem Netzwerk. Die Schattenseite: Das Gerät ist so auch für Angreifer erreichbar.

Das Abschalten von Funktionen ist allerdings eine zweischneidige Sache. Stefan Ortloff vom IT-Sicherheitsspezialisten Kaspersky erklärt: „Das kann dann aber auch bedeuten, dass der Zweck des Geräts nicht mehr erfüllt wird, weil beispielsweise nicht mehr von unterwegs darauf zugegriffen werden kann.“ Muss eine Erreichbarkeit von außen, also über das Internet gewährleistet sein, sollte dies nur über eine ausreichend starke Authentisierung, also mit einem starken Passwortschutz geschehen, empfiehlt das BSI.

Standardeinstellungen verändern

Viele Router werden mit einem voreingestellten Netzwerknamen (SSID) und Passwort ausgeliefert. Beides sollte der heimische Administrator unbedingt ändern: Das SSID verrät nämlich einiges über das Modell, was Hackern nützlich sein kann. Zudem kann es in dicht besiedelten Gegenden zu Problemen kommen, wenn mehrere Geräte gleich heißen. Beim Umbenennen sollten Nutzer allerdings keine persönlichen Informationen wie Namen oder Adresse verwenden.

Noch wichtiger ist die Änderung des WLAN-Schlüssels. Wenn Hacker das Standardpasswort wissen, können sie sogar automatisiert versuchen, in das Heimnetzwerk einzudringen. Als Verschlüsselungsstandard sollte übrigens WPA2 aktiviert sein, WEP und WPA gelten nicht mehr als sicher.

Wie merke ich, dass mein Router infiziert ist?

Der Router macht keine Geräusche, er versieht seinen Dienst ohne Macken, ist also alles in Ordnung? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Auch Stefan Ortloff von Kaspersky sagt: „Als normaler Nutzer werde ich nicht herausfinden können, ob ein Gerät mit Schadsoftware infiziert ist.“ Auch die Anti-Virensoftware auf dem PC werde das nicht erkennen, weil diese nicht den Router untersuchen könne. Daher gilt es schon vorher die Sicherheitseinstellungen ernst zu nehmen. Bei „Heise Online“ können Nutzer zudem testen, ob der eigene Router aus dem Netz angreifbar ist.

Welche anderen Geräte sind betroffen?

Router sind nicht das einzige Problem: Auch andere vernetzte Geräte haben Sicherheitslücken, die es Kriminellen erlauben, auf sie zuzugreifen. Dabei geht es denen nicht in erster Linie darum, das fremde Eigenheim auszuspähen oder die Heizung aufzudrehen. Die Angreifer haben es auf die Rechenleistung der Mini-Computer abgesehen, um die Geräte in ein Botnet einzugliedern, dass dann wiederum Angriffe auf Internetseiten oder Online-Shops fährt. Das gilt für etwa für Überwachungskameras, Festplattenrekorder oder Thermostate.

Erste Hilfe bietet oft ein Blick ins Handbuch, um beispielsweise die Standardeinstellungen zu ändern und zum Beispiel ein eigenes Passwort zu vergeben. Auch hilft es sich regelmäßig über Updates der Hersteller zu informieren. Doch nicht immer ist es so einfach, weiß Stefan Ortloff von Kaspersky: „Die Internet-of-Things-Geräte sind per Design oft nicht dafür gedacht, dass sich ein normaler Nutzer technisch damit auseinander setzen kann.“

Die Anfälligkeit für Sicherheitslücken betrifft grundsätzlich alle Geräte. Das Problem bei billigen Produkten ist allerdings, dass die Hersteller oft keine Updates mehr zur Verfügung stellen um die Lücke zu schließen oder dass das Gerät gar nicht vorsieht, aktualisiert zu werden, so Ortloff.

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