Nach Werbekampagne
Blogger will Schadenersatz von Facebook

Facebook hat einige seiner User ungefragt für Werbezwecke eingespannt - und muss sich nun mit dem wütenden Protest der Betroffenen auseinandersetzen. Nicht zum ersten Mal gerät das Social Network mit seinen Werbepraktiken in die Kritik seiner Kunden.

DÜSSELDORF. „Ich war entsetzt“, sagt Erik Hauth und ergänzt: „entsetzt-verwundert“. Johnny Haeusler pflichtet ihm bei: Er ist sauer. Seit gestern stehen die beiden Blogger in einer Reihe mit Boris Becker oder Barbara Schöneberger. Denn sie sind Testimonials. So nennen Werber Menschen, meist Prominente, die in der Werbung als Beweis dafür eingesetzt werden, wie gut ein Produkt ist. So wirbt Schöneberger für eine Kaffeemaschine, Becker ist derzeit für eine Online-Poker-Seite aktiv. Allein: Hauth und Haeusler sind nicht prominent – und von ihrer Beteiligung an einer Werbekampagne für das Social Network Facebook wussten sie vorher nichts.

Am Montag entdeckte eine Reihe deutscher Blogger, dass Facebook mit ihren Namen warb. „Erik Hauth ist auf Facebook – Melde dich jetzt an“ hieß es in Anzeigen bei Googles Werbedienst Adsense. Mehr noch: Die Schaltung der Anzeigen war gekoppelt an die Namen der jeweiligen Personen: Wer nach Hauth suchte, dem wurde diese Anzeige gezeigt. „Irgendwie hatte man ja damit rechnen können, dass es mal so weit kommt“, sagt der Hamburger: „Ich akzeptiere, dass der Google-Suchindex meinen Namen findet. Aber Teil einer Werbung zu sein – das hat eine andere Qualität“, sagt Hauth. Er gründete auf Facebook eine Gruppe mit dem Namen » No Facebook Ads using my name, der sich schon über 120 Mitglieder anschlossen. Und Hauth forderte bei Google, die Anzeigenkampagne zu stoppen.

Ob es die Suchmaschine war oder ob Facebook selbst die Kampagne zurückgezogen hat, ist unklar. Sicher ist: Die Anzeigen tauchten am Dienstag nicht mehr auf. Facebook und Google Deutschland waren bisher nicht zu einer Stellungnahme bereit. Zum zweiten Mal setzt sich Facebook damit der Kritik seiner Kunden aus. Im Dezember vergangenen Jahres gab es Ärger um das Werbeprogramm Beacon. Wer auf einer Partnerseite von Facebook etwas kaufte, der wurde seinen Facebook-Kontakte innerhalb des Netzwerks mit diesem Kauf angezeigt.

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