Nachfüllshops machen den Herstellern Konkurrenz
Das Ende der teuren Druckerpatronen

Drucker sind billig, Patronen teuer. Jetzt können Verbraucher ganz leicht ihre alten Kartuschen auffüllen, denn in den Städten eröffnen immer mehr Nachfüllshops - ein Trend, der sich von Großbritannien über ganz Europa ausbreitet.

35 Euro für eine neue Druckerpatrone? Der ganze Drucker hat kaum mehr gekostet. Martina Bartsch streikt. Sie boykottiert ab sofort die Druckermafia der großen Hersteller Hewlett-Packard (HP), Epson, Lexmark und Canon. Stattdessen gibt sie ihre alte Patrone an der „Druckertankstelle“ ab. Zwei Stunden später kommt sie wieder. Für zehn Euro ist ihre alte Kartusche frisch befüllt.

Die Nachfüll-Stationen schießen derzeit an allen Ecken aus dem Boden. „Von Großbritannien breitet sich der Trend über ganz Europa aus“, hat das britische Marktforschungsinstitut CAP Ventures beobachtet. Seit Mai ist die Druckertankstelle im Nordend. In Bockenheim haben sich Cartridge-World und Tintenplanet etabliert. Das Wiederbefüllen ist bis zu achtzig Prozent billiger als der Kauf von Originalpatronen.

Mit denen verdienen die Hersteller richtig Geld. HP etwa erzielt in seiner Sparte „Printing and Imaging“ zwar nur 30 Prozent seines Umsatzes, aber drei Viertel seines Gewinns. Die Firmen werfen ihre Drucker günstig auf den Markt, bei den Tintenpatronen aber kassieren sie ab. Von subventionierter Hardware wollen sie dennoch nichts wissen. Es gebe lediglich einen harten Preiskampf bei Druckern, heißt es etwa bei Lexmark. Das Ergebnis: Mit einem Preis von rund 1700 Euro pro Liter ist Druckertinte fast so teuer wie Chanel Nr. 5 – jedenfalls in den Originalkartuschen.

Das Geschäft mit der teuren Tinte läuft. In deutschen Büros, aber auch in den Wohnzimmern wird mehr gedruckt als je zuvor. Denn immer mehr Menschen drucken ihre Digitalfotos am heimischen PC aus. Den lukrativen Markt verteidigen die Druckerhersteller mit allen Mitteln. Denn schon lange kämpfen Zweitanbieter wie Pelikan-Hardcopy oder Geha gegen die teuren Patronen an. Sie bauen passende Kartuschen nach – für Epson und Canon – oder reinigen gebrauchte und füllen sie neu auf – für HP und Lexmark. Der Kunde wechselt sie aus wie Originalpatronen. Doch Pelikan klagt: „Die Originalhersteller versuchen den Nachbau der Patronen immer komplizierter zu gestalten.“ Etwa mit Patenten. Jede Kleinigkeit wird geschützt, vom Schwämmchen, das die Tintenabgabe regelt, bis zum Design. Bis zu 150 Patente ruhen auf einer einzigen Patrone. Die alternativen Hersteller zerlegen diese sorgfältig in alle Einzelteile und überlegen, wie sie die Patente umgehen können. Es lohnt sich: Pelikan hat inzwischen einen Marktanteil von zehn Prozent.

Jetzt bekommen auch die Zweitanbieter Konkurrenz – von den Refill-Shops. „Während Sie einen leckeren Kaffee genießen oder Ihre Besorgungen erledigen, füllen wir Ihre Patrone wieder auf“, wirbt Tintenplanet. Die Patronen werden innen und außen gereinigt, anschließend wird die Tinte mit einer Spritze in die Kartusche injiziert. Martina Bartsch ist zufrieden mit dem neuen Service. Bis zu zehn Mal kann sie ihre alte Patrone wieder auffüllen. Spätestens dann leidet allerdings die Qualität.

Quelle: News Frankfurt

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