Nachgefragt: Holger Flöttmann, Gründer der Ascaron Entertainment GmbH
"Deutsche Spiele sind zu kompliziert"

In Deutschland Top, im Ausland ein Flop. Eine Erfahrung, die deutsche PC-Spieleprogrammierer mit ihren Produkten in der Vergangenheit nur zu oft machen mussten. Über die Gründe sprach Handelsblatt-Redakteur Axel Postinett mit dem Gründer der Ascaron Entertainment GmbH, Holger Flöttmann.

Warum sind so wenige deutsche Computerspiele international erfolgreich?

Deutsche Computerspiele tendieren gerne dazu, zu kompliziert zu werden. Spiele müssen Spaß machen, keine Arbeit. Wenn ich mich erst Stunden lang einlesen muss, ist das kein Spaß. Deutsche Entwickler wollen gerne immer noch etwas mehr einbauen, noch ein Detail hinzufügen. Da fehlt manchmal die Leichtigkeit.

Liegt es auch an den Inhalten?

Teilweise. Strategiespiele oder Wirtschaftssimulationen sind hier sehr gefragt, aber weltweit weniger. Rollenspiele und Fantasy-Abenteuer wie "Sacred" lassen sich überall verkaufen.

Wie wichtig ist ein internationaler Markt für Ascaron?

Mittlerweile sehr wichtig. Wir haben im abgelaufenen Jahr 40 % des Umsatzes im Ausland gemacht, Anfang 2003 hatten wir mit vielleicht 20 % gerechnet. Bei Sacred liegen die Vorverkäufe im Ausland bereits bei über 400 000 Stück. Für Deutschland rechnen wir mit rund 150 000.

Wo liegen die größten Probleme für einen PC-Spiele-Entwickler in Deutschland?

Sicher in der Finanzierung. Es gibt keine öffentliche Förderung wie etwa in Frankreich oder Großbritannien, und Kapitalmarkt und Banken fallen, wie auch bei der deutschen Filmindustrie, aus. Wir haben enormes kreatives Potenzial, aber wir brauchen für den Anfang die Bereitstellung öffentlicher Mittel. Zum Beispiel auch, um international vermarkten zu können.

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