Nachi treibt sein Unwesen
Wurm im Geldautomat

Das Arbeitsplatzrechner und Server von Viren und Würmern heimgesucht werden, ist bekannt. Jetzt wurden in den USA aber auch Geldautomaten infiziert.

hiz DÜSSELDORF. Das amerikanische Sicherheitsmagazin Security Focus (www.securityfocus.com) hat berichtet, dass einige Geldautomaten des Herstellers Diebold Opfer des Nachi-Wurms geworden sind. Der digitale Schädling ist ein Nachfolger des berüchtigten Wurms W32.Blaster/LoveSan. Nachi ist kein Neuling im Netz, denn die ersten Meldungen gab es bereits Mitte August.

Die befallenen Automaten arbeiten unter dem Microsoft-Betriebssystem Embeded Windows XP, das wie die Desktopversionen über bekannte Sicherheitslücken verfügt. Dass von Microsoft bereitgestellte Aktualisierungen nicht in auf den Maschinen installiert waren, begründet der Hersteller mit der Notwendigkeit, solche Updates zunächst gründlich in verschiedenen Netzwerkumgebungen testen zu müssen. Als Abwehrmaßnahem plant der Hersteller, demnächst alle Systeme mit einer Personal Firewall auszustatten. Wenn diese allerdings auch nicht gepflegt werden, ist der langfristige Erfolg fraglich.

Aufgefallen war die Verseuchung durch unerwartete Aktivitäten der Geldautomaten, als sie versuchten, weitere Opfer im Netz zu finden. Der Alarm des Intrusion-Detection Systems einer Bank, die ihre Kunden mit den Maschinen bedient, hat die Systemadministratoren auf die Spur des Wurms gebracht. Während bei den älteren Automaten das aussterbende OS/2 eingesetzt wird, setzen immer mehr Hersteller auf die speziellen Windows-XP-Versionen. Damit unterliegen diese Geldautomaten der gleichen Bedrohung wie andere Server und Arbeitsplatzrechner. Nachi ist der erste Schädling, der sich direkt in Maschinen einnistetet. SQL-Slammer, der Anfang des Jahres rund 13 000 Automaten lahm legte, hatte sich auf dem Zentralrechner der Bank of America eingenistet und dort sein Unwesen getrieben.

Wenn die ersten Hacker, wie es bis bislang nur in Hollywood-Phantasien Praxis ist, sich ihr Geld mittels Computer-Viren besorgen, werden Hersteller und Betreiber über neue Sicherheitskonzepte nachdenken müssen.

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