Navigationsgeräte
High-Tech gegen den Verkehrskollaps

Weniger Unfälle, weniger Staus - das sind die Ziele der meisten Telematik-Forscher. Überzeugende Navigationlösungen sind aber nur dann möglich, wenn Verkehrsdaten verfügbar sind, Kartenmaterial vorhanden ist und geeignete Hard- und Software dabei ist. Die diesjährige Cebiet stellt einige von ihnen vor.

DÜSSELDORF. Die Expansion springt ins Auge: Im Vorjahr mussten die Telematik-Firmen noch bescheiden neben den Handy-Zulieferern auftreten, in 2007 ist es geschafft: Die komplette Halle 11 wird von Unternehmen bevölkert, die sich mit der Lenkung des Verkehrs beschäftigen. Mehr als 200 Unternehmen und Institutionen zeigen ihr Angebot auf 8 000 Quadratmetern. "Telematik und Navigation zählen zu den Schwerpunkten, auf die die Cebit für die Zukunft setzt", sagt Norbert Handke von der Landesinitiative Telematik Niedersachsen.

Mehr noch: "Die Cebit könnte zur Leitmesse für Telematik werden", glaubt Handke. Denn die gibt es bislang noch nicht. Produkte, Lösungen und Dienste werden zwar auch auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) und auf der Internationalen Funkaustellung (IFA) gezeigt. Doch jeder Messe fehle bisher der "ganzheitliche Ansatz", sagt Handke. Mal drehe sich alles um IT, mal um Autos und mal um Entertainment. "Künftig wird es auf der Cebit um alle Facetten des intelligenten Autos gehen", kündigt Handke an.

In diesem Jahr war das Ziel der Initiatoren, die gesamte Telematik-Kette darzustellen. Überzeugende Navigationslösungen sind nur dann möglich, wenn Verkehrsdaten verfügbar sind, Kartenmaterial vorhanden ist, geeignete Hard- und Software dabei ist und schließlich diverse Dienste erstellt werden. "Der Kooperationsgedanke schwebt über der Messe", sagt Handke. Und das gilt auch für die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und privaten Unternehmen.

Bestes Beispiel dafür ist das Satellitennavigationssystem Galileo: Mit internationaler Beteiligung präsentiert sich der Gemeinschaftsstand "GNSS Community", wobei das Kürzel für Global Navigation Satellite System steht. Einen Vorgeschmack wird es auch auf das Testzentrums Gate (Galileo Test- und Entwicklungsumgebung) in Berchtesgaden geben. Ab Mai sollen dort Firmen und Forschungsinstitute Gelegenheit haben, die Genauigkeit ihrer Galileo-Prototypen zu messen. Von sechs Bergen rund um Berchtesgaden funken Sender das Navigationssignal in den Talkessel und simulieren so die Arbeit der Satelliten.

Weniger Unfälle, weniger Staus - das sind die Ziele der meisten Telematik-Forscher. Der Handlungsdruck steigt: Bis zum Jahr 2020 soll allein der Güterverkehr in Europa um 45 Prozent zunehmen. Forscher haben sich in der Initiative Aktiv (Adaptive und Kooperative Technologien für den Intelligenten Verkehr) zum Ziel gesetzt, die Kapazität der Fahrwege um zehn Prozent zu erhöhen und das Staurisiko um 15 Prozent zu verringern. In diesem vom Bundeswirtschaftsministerium mit 27 Millionen Euro geförderten Projekt engagieren sich High-Tech-Firmen wie Siemens, VW, Bosch, Ericsson, PTV und Teleatlas und Vodafone. Auf der Cebit demonstrieren zudem das Forschungsprojekt Now (Network On Wheels) in Halle 11 und der ADAC auf einem Übungsgelände nahe der Messe, wie Fahrzeuge untereinander kommunizieren können, um Staus und Unfälle zu vermeiden.

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