Netz-Sicherheit
Neue Waffen gegen digitale Schädlinge

Immer wieder schaffen es Hacker trotz hochgerüsteter Sicherheits-Software in Computer einzudringen. Experten gehen nun unkonventionelle Wege: Lockvögel und Crashtests sollen die digitalen Türsteher besser machen.
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FrankfurtEs ist ein verzweifelter Wettlauf: Antivirensoftware ist den Angriffen auf die Informationstechnologie nicht mehr gewachsen. „Es gibt täglich zwischen 50.000 und 60.000 neue Schadprogramme. Die Antivirensoftware kann es gar nicht mehr schaffen, dieser Flut zeitnah Herr zu werden“, sagt Thomas Tschersich, auf IT-Sicherheit spezialisierter Manager der Deutschen Telekom.

2011 könnte als Jahr der spektakulären Angriffe in die IT-Geschichte eingehen. Dem japanischen Elektronikkonzern Sony wurden massenhaft Kundendaten gestohlen, Hacker legten die Internetseite des Sportartikelherstellers Adidas lahm. 60.000 sogenannter Störfälle der Computerkriminalität hat es 2011 nach Schätzungen des Bundeskriminalamts gegeben.

Mit dem starken Wachstum der Internetwelt wächst auch die Zahl von Angriffen. Mehr als 13.000 infizierte Webseiten werden täglich ins Netz geladen. Vor allem aber würden die Angriffe zunehmend zielgerichteter und komplexer, warnt Udo Helmbrecht, Executive Director des European Network and Information Security Agency (Enisa).

Gerade für Unternehmen und öffentliche Institutionen sind das keine guten Nachrichten. Der Antivirenspezialist Kasperksy Lab rechnet damit, dass sich die Angreifer 2012 noch mehr und vor allem neue Ziele vornehmen werden. „Wir erwarten im nächsten Jahr eine Ausweitung der Angriffsziele auf Unternehmen aus der Rohstoffgewinnung, Energie-, Verkehrs-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie Internet-Services und IT-Sicherheitsunternehmen“, sagt Alexander Gostev, Chief Security Expert bei Kaspersky Lab.

Doch angesichts des vermeintlich aussichtslosen Kampfes den Kopf in den Sand zu stecken, ist nach Ansicht von Experten die falsche Strategie. Statt sich auf Softwarewerkzeuge zu verlassen, sind allerdings neue Ansätze notwendig. „Es gibt einen Trend weg von der reinen Prävention hin zur Analyse“, sagt Alexandra Sowa, bei der Telekom für den Bereich Datenschutz, Recht und Compliance zuständig.

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