Netzbetreiber rüsten ihre Technik auf und bieten Daten- sowie Telefondienste
TV-Kabelanbieter setzen zum Sprung in den DSL-Markt an

DSL ist in Deutschland schon fast so etwas wie ein Synonym für Breitband-Internet. Bernd Beckert, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe, sieht jedoch eine weitere Infrastruktur, die im wachsenden Markt für breitbandige Internetzugänge eine Rolle spielen wird: das Fernsehkabel. „In anderen Ländern ist das TV-Kabel als Datenleitung schon sehr viel weiter verbreitet. Die technische Infrastruktur ist im Vergleich zu DSL sogar überlegen“, betont Beckert.

HB DÜSSELDORF. Ein Blick ins Ausland beweist, dass sowohl das Koaxialkabel der Fernsehnetze als auch das Kupferkabel der Telekommunikationsgesellschaften in der Lage ist, High-Speed-Internet anzubieten und sich in diesem Markt einen harten Wettbewerb zu liefern. Vor allem in Großbritannien, Schweden und den Niederlanden haben die TV-Kabelnetzbetreiber viel früher als in Deutschland begonnen, die Netze zu modernisieren – also rückkanalfähig für das Internet zu machen. Marktanalyst Philipp Geiger von Solon Management Consulting sieht darin den Grund dafür, dass gerade diese Länder über eine „signifikant höhere Breitbandpenetration als primär DSL-dominierte Märkte“ wie die Bundesrepublik verfügen.

Deutschland ist international gesehen Schlusslicht in der Nutzung des TV-Kabels für Datendienste. Die Gründe dafür liegen in der Historie des deutschen Fernsehkabels begründet. Der Verkauf des Netzes, ehemals Eigentum der Deutschen Telekom, verlief schleppend. Erst zwischen 1999 und 2002 wurden alle Teile an Investoren verkauft. Diese wiederum gingen nur zögerlich an die Modernisierung ihrer Infrastrukturen heran. Das lag nicht zuletzt daran, dass der US-Investor Callahan sich bei der kapitalintensiven Modernisierung seines Netzabschnitts in Nordrhein-Westfalen verhob, in Schwierigkeiten geriet und alles wieder verkaufen musste.

Ein weiteres Hemmnis ist bis heute die deutsche Marktaufteilung in die Netzebenen drei und vier. Während die Netzebene drei – die Stadt- und Überlandnetze – in der Hand der großen Betreibergesellschaften ist, gehören die Gebäudenetze – die Netzebene vier – meist mittelständischen Firmen. Investoren der Netzebene drei können nur Endkunden versorgen, wenn sie mit Netzebene-vier-Betreibern kooperieren.

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