Netzzeitschrift
„Eurozine“ will kulturellen Austausch fördern

dpa HAMBURG. „Die Stimmen des anderen wahrzunehmen ist entscheidend für das gegenseitige Verständnis“, sagte Prof. Jan Philipp Reemtsma, Leiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung, bei der Vorstellung der europäischen Netzzeitschrift „Eurozine“ (www.eurozine.com) am Donnerstag in Hamburg. Eurozine ist eine eigenständige Kulturzeitschrift im Internet mit Redaktionssitz in Wien und zugleich ein Netzwerk europäischer Kulturzeitschriften.

„Eurozine bietet einen umfassenden Überblick über aktuelle Themen und Diskussionen im europäischen Raum“, sagte Eurozine-Chefredakteur Carl Henrik Fredriksson. Texte aus Zeitschriften von hohem intellektuellem Niveau aber mit niedriger Auflage sollen so einem breiteren, internationalen Publikum zugänglich gemacht werden. Derzeit sind 53 Partnerzeitschriften aus 32 Ländern Mitglied des Netzwerks, darunter die Gründerzeitschriften „Mittelweg 36“ (Hamburg), „Transit“ (Wien) und „Ord & Bild“ (Göteborg). Im Jahr 2005 besuchten monatlich mehr als 100 000 Leser die Seite.

Neu hinzu kamen Zeitschriften wie „Arche“ (Weißrussland) und „Ji“ (Ukraine). „Ein kritisches Journal ist nicht überall üblich. Diesen Zeitschriften bieten wir auch Schutz und moralische Unterstützung“, sagte Fredriksson. Sollte die Seite im Internet gesperrt werden, würde dies für Aufsehen sorgen. Eine Zensur im Internet wie in China gebe es in Europa aber nicht. „Wir bieten Zeitschriften aus kleinen Ländern eine hohe Aufmerksamkeit, da ihre Texte ins Englische, Deutsche oder Französische übersetzt werden.“

Ergänzt wird das Projekt durch regelmäßige Treffen der beteiligten Zeitschriften. So hielt der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk beim Istanbuler Treffen eine Rede zum Thema „Nachbarschaft“. Finanziert wird das Projekt unter anderem vom österreichischen Bundeskanzleramt, dem Kulturprogramm der Europäischen Union und der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur.

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