Neuartige Spiele
Der Computer als Fitnessmaschine

Früher galt der typische Computerspieler als Stubenhocker, der vom vielen Daddeln nur dick wird. Der neue Trend sind Videospiele, mit denen der Spieler bei viel Bewegung Spaß hat – und dabei eher Pfunde verliert. In den USA erlebt das sogenannte „Exergaming“ einen Boom und bringt Bewegung in das Geschäft mit Computerspielen und Sportausrüstung.

Bloomberg SAN FRANCISCO. „Das ist echte Fitness“, sagt Martin Ly, der in einer Spielhalle in San Francisco nach Luft ringt. Der 18-Jährige hat weder Hanteln gestemmt noch Drachen getötet, sondern zwei Runden „Dance Dance Revolution“ hinter sich. Bei dem Videospiel muss der Spieler auf einer Tanzmatte die Felder berühren, die am Bildschirm angezeigt werden. Und immer schön im Takt bleiben. In Europa vertreibt Hersteller Konami das Spiel unter dem Namen „Dancing Stage“.

In US-Spielhallen ist Dance Dance schon seit 1999 ein Renner. Im heimischen Wohnzimmer schaffte der Trend zu körpergesteuerten Spielen den Durchbruch dagegen erst vergangenes Jahr, als Nintendo seine Konsole Wii einführte. Das japanische Unternehmen stattet sein Gerät standardmäßig mit einem drahtlosen Steuergerät aus, das Bewegungen im Raum erfasst und so Spiele wie Golf, Tennis oder die Monsterjagd realistischer gestaltet.

Die innovative Steuerungstechnik der Wii katapultierte Nintendo von der Platz drei unter den Konsolenherstellern an die Spitze. Seit Dezember hat das japanische Unternehmen mehr Geräte verkauft als die Konkurrenten Sony und Microsoft. Dabei half, dass die neue Spieltechnik auch Frauen und Gelegenheitsspieler anspricht, nicht nur die Hardcore-Spielefans.

Neben Entwicklern von Computerspielen setzen auch Hersteller von Fitnessgeräten auf Videospiel-Technik. Um die Jagd auf die Pfunde aufzupeppen, verkauft der Hersteller Expresso Fitness Hometrainer mit Videobildschirmen, auf denen der Fahrer durch unterschiedliche Landschaften radeln kann. In den vergangen zwei Jahren hat das US-Unternehmen rund 3 000 Standfahrräder zum Stückpreis von knapp 5 000 Dollar verkauft. Wichtigster Abnehmer sind Fitness-Studio-Ketten.

Das Unternehmen Game Runner entwickelt Laufbänder, auf denen Heimsportler durch bestehende Computerspiele laufen können. Nebenbei schießen sie Aliens ab, sammeln Schätze oder überholen virtuelle Marathon-Konkurrenten. Die ersten Geräte sollen kommendes Jahr für 500 Dollar auf den Markt kommen.

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