Neue App Slingshot
Facebook lernt vergessen

Ex und hopp: Facebook arbeitet an einer App, mit der Smartphone-Nutzer ihren Freunden sich selbst löschende Fotos und Videos schicken können. Das klingt nicht besonders innovativ – ist aber wichtiger Teil der Strategie.
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DüsseldorfFacebook hat aus Versehen einen Einblick in seine Produktentwicklung gewährt: Das soziale Netzwerk bot zwischenzeitlich eine Anwendung namens Slingshot an, mit der Nutzer ähnlich wie bei Snapchat sich selbst löschende Nachrichten verschicken können.

Ein Firmensprecher erklärte gegenüber dem Technikportal The Verge, dass es sich um einen Fehler handle, die App aber bald fertig sein werde. Nutzer in Ländern wie Indien und Australien konnten Slingshot im App Store von Apple herunterladen, bis Facebook das Programm wieder löschte.

Slingshot, deutsch: Steinschleuder, erlaubt Nutzern, Fotos und Videos zu verschicken, die automatisch wieder verschwinden, sobald die Adressaten sie gesehen haben. Die Empfänger können die Nachrichten nach Informationen des Blogs Techcrunch jedoch nur empfangen, wenn sie selbst etwas „zurückschießen“ – ein Anreiz, um die Nutzer zu mehr Aktivität anzustacheln.

Snapchat ist vor allem unter Teenagern beliebt und dient der schnellen, oberflächlichen Kommunikation – teils auch, um anzügliche Aufnahmen zu verschicken, was in den USA als „sexting“ bezeichnet wird. Trotz gravierender Sicherheitsmängel verbreitet sich die App rasant, Snapchat-Nutzer versenden mittlerweile mehr als 700 Millionen sich selbst löschende „Snaps“ pro Tag.

Für Facebook ist Slingshot nicht der erste Versuch, Snapchat Konkurrenz zu machen: Im Dezember 2012 brachte es eine App namens Poke heraus, die ähnliche Funktionen aufwies. Sie gewann bei den Nutzern aber keine große Popularität und ist inzwischen nicht mehr verfügbar. Ende 2013 soll Facebook für das Start-up rund drei Milliarden Dollar geboten haben, allerdings lehnten die Gründer ab.

Die neue App ist Teil einer größeren Strategie: Facebook will die Smartphone-Nutzer mit einer ganzen Reihe von Apps an sich binden, gerade Kommunikationsanwendungen spielen dabei eine große Rolle. So will das Unternehmen den Instant Messenger Whatsapp übernehmen, eine Anwendung mit ähnlichen Funktionen namens Facebook Messenger bietet es ebenfalls an. Zudem wirbt der Konzern den Paypal-Chef David Marcus ab, damit dieser die Messaging-Dienste weiterentwickelt.

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