Neue Betrugsvariante
400 000 Phishing-Opfer in Deutschland

Nach Meinung von Experten sind rund 400 000 Bundesbürger bereits Opfer so genannter Phishing-Mails geworden. Mit den betrügerischen Nachrichten versuchen Trickbetrüger persönliche Daten von Internetnutzern zu sammeln.

HB HAMBURG. Solche Betrügereien seien weit verbereitet und verzeichneten nach wie vor hohe Zuwachsraten, sagte der Sprecher der Arbeitsgruppe Identitätsschutz im Internet, Georg Borges, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP.

Bei diesen Phishing-Opfern handele es sich um Nutzer, die nach Aufforderung per E-Mail persönliche Daten wie Bank-Geheimnummern, Passwörter von Internet-Auktionsplattformen oder auch Geburtsdaten und Adressen preisgegeben hätten. Die Höhe des entstandenen Schadens lasse sich nicht abschätzen, sagte Borges, zugleich Jurist an der Ruhr-Universität Bochum.

Ein neuer gefährlicher Trend sei zudem das so genannte Pharming. Dabei werde ohne das Wissen der Nutzer ein Virus auf die Festplatte des Computers geladen, sagte Borges. Bei der Eingabe von Internet-Adressen landeten die Opfer dann auf gefälschten Webseiten, auf denen sensible Dateneingaben abgefangen würden.

Das Münchner Software-Unternehmen Symantec registrierte nach eigenen Angaben allein im zweiten Halbjahr 2005 weltweit rund 2,5 Mrd. Phishing-Versuche. Zugleich schätzt das Unternehmen, dass inzwischen die Hälfte des gesamten E-Mail-Verkehrs aus unerwünschten Spam-Nachrichten bestehe.

Datendiebe nutzen wieder das Telefon

Da die Internetnutzer andererseits jedoch immer wachsamer werden und seltener auf die Links gefälschter E-Mails klicken, setzen Internetbetrüger in den USA jetzt auch wieder auf die alte Technik des Telefons, um an die Daten anderer Menschen zu kommen. In einer Serie gefälschter E-Mails war jetzt statt eines Links, den der Nutzer anklicken sollte, eine Telefonnummer angegeben. Dort fragte dann eine vom Band kommende Stimme nach persönlichen Daten.

Experten halten diesen neuen Trick für besonders hinterhältig, weil er den Vorschlägen von Finanzinstituten folgt. In einigen Fällen wurden nicht einmal mehr E-Mails versandt. Stattdessen kam direkt ein Anruf, bei dem dem Angerufenen seine Kreditkartennummer genannt wurde. Er sollte dann nur noch die dreistellige Sicherheitszahl auf der Rückseite nennen.

„Es wird immer schwieriger, zwischen Phishing und normalen Versuchen der Kontaktaufnahme mit Kunden zu unterscheiden“, sagt Ron O'Brien von der Sicherheitsfirma Sophos. Paul Henry von Secure Computing rät, bei Anrufen, in denen nach persönlichen Daten gefragt wird, sofort aufzulegen. Dann solle der Kunde selbst die betreffende Firma anrufen und nachfragen, ob etwas vorliege. Einen Namen hat dieser Trickbetrug über das Telefon auch schon: Vishing - das steht für Voice Phishing.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%