Neue Flash-Technologie
Speicherchip beschleunigt PC-Start

Lange Wartezeiten beim Einschalten von Computern sollen schon bald der Vergangenheit angehören. Das versprechen zumindest Samsung und Microsoft. Mit einer gemeinsamen Entwicklung wollen sie dem Rechner beim booten Beine machen.

Rechner einschalten, fertig – geht es nach Microsoft und Samsung, soll die Wartezeiten beim Start von Computern bald Geschichte sein. Möglich wird dies mit Flash-Speichern, die den so genannten Boot-Vorgang drastisch verkürzen. Bislang werden die Basisinformationen für den Start eines Rechners auf einen speziellen Chip gespeichert, die nach Drücken des Startknopfes das Betriebssystem hochfahren – was je nach Rechner durchaus mehrere Minuten dauern kann. Vor allem für Privatanwender, die den Computer für HiFi und Video nutzen wollen, ist das ungewohnt, sind sie doch vom Fernseher und Radio gewöhnt, dass diese Geräte bei Knopfdruck direkt funktionieren.

Flash-Speicher sorgen bereits in Geräten der mobilen Multimediawelt wie Handys, Digitalkameras und MP3-Playern für einen fliegenden Start. Für Computer und Notebooks war die Technik bislang jedoch nicht nur zu teuer, die Betriebssysteme des PC waren nicht in der Lage, die Daten für einen schnellen Start des Rechners bereitzustellen.

Samsung und Microsoft haben daher eine so genannte „Hybrid Hard Disk“ entwickelt, bei der ein Flash-Speicher mit einer Festplatte kombiniert wird. Der Softwarekonzern hat zusätzlich sein neues Betriebssystem Vista, das Anfang 2007 auf den Markt kommen soll, so weiterentwickelt, dass sowohl Daten für den PC-Start als auch für den Start von bestimmten Anwendungen auf den integrierten Flashspeicher ausgelagert werden, so dass der Rechner bereits funktionsfähig ist, während die Festplatte noch erst aktiviert werden muss.

Dadurch kann der Nutzer innerhalb kürzester Zeit das System nutzen – es stehen die Programme zur Verfügung, mit denen zuletzt gearbeitet wurde. Zwar ist die „Hybrid Hard Disk“ auf Grund des Flash-Speichers etwas teurer. „Sie können damit rechnen, dass Komplett-PCs mit Hybrid-Festplatten etwa 60 bis 80 Dollar mehr kosten werden“, sagt Richard Walsh, Senior Memory Manager bei Samsung. Doch besonders für Homeanwendungen sei die neue Speichertechnik sinnvoll, sagt Manfred Breul, Telekommunikationsexperte beim Branchenverband Bitkom. „Sie erinnert an den Stand-by-Modus, den viele Nutzer von ihrem Notebook kennen. Nur dass hier der Rechner während er ausgeschaltet ist, keine Energie verbraucht“, sagt Breul.

Samsung rechnet mit einem Erfolg der neuen Hybrid-Festplatten-Technik und wird noch in diesem Jahr mit einer Hybrid-Festplatte – in erster Linie für Notebooks – auf den Markt kommen. Andere Hersteller halten sich aber zurück. „Wir haben derzeit keine Absicht, Hybrid-Festplatten zu bauen“, sagt Daniel Mauerhofer, Pressesprecher von Western Digital, der Nummer zwei im Festplattenmarkt. Von den PC-Herstellern ist ähnliches zu hören. Michael Mayer, Marketing Manager des Computerbauers Fujitsu, erklärt, weshalb: „Es müssen noch ein paar Unebenheiten geglättet werden, bevor erste Hybrid-Festplatten auf den Markt kommen können.“ Softwaregigant Microsoft müsse sich laut Mayer mit den Hardware-Herstellern noch auf Standards einigen. Diese seien bislang noch nicht in Sicht.

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