Neue IBM-Software für die Zusammenarbeit
Web 2.0 verändert Büroalltag

"Jam-Sessions" gibt es nicht nur in Jazz-Clubs, wenn alle Musikfans zum gemeinsamen Musizieren zusammenkommen. Das gibt es auch bei IBM. Dort werden dann 330 000 Mitarbeiter eingeladen, ihre Gedanken zur Entwicklung des Computerunternehmens in einem nach außen geschlossenen Chat-Room frei zu äußern.

HB HANNOVER. "Beim ersten Mal haben wir gemerkt, dass wir ein Pulverfass geöffnet haben, da haben sich auch Aggressionen Bahn gemacht", erinnert sich der Software-Chef von IBM Deutschland, Sebastian Krause, an die erste "Jam-Session" 2003. "Nachdem erst mal der Druck weg war, wurde es sehr positiv."

Der Massen-Chat der IBM-Mitarbeiter - am letzten beteiligten sich im Sommer vergangenen Jahres drei Tage lang rund um die Uhr 120 000 Mitarbeiter sowie Familienangehörige und Geschäftspartner - ist ein Beispiel dafür, wie das Web 2.0 die Unternehmenskultur verändert. Das Schlagwort Web 2.0 steht für die Entwicklung von statischen Internet-Angeboten zu interaktiven Kommunikationsportalen. Und diese soll es künftig verstärkt auch im Intranet von Unternehmen geben. IBM hat dafür die Software "Lotus Connections" entwickelt, die auf der Cebit vorgestellt wurde und bis Sommer erscheinen soll.

Dieses Konzept überträgt den Reiz, der von "Social Communities" wie MySpace, StudiVZ oder auch dem Second Life ausgeht, auf das Unternehmen. IBM spricht von "Business Social Networks" und hat daher in die Lotus Connections alle Bausteine eingefügt, die es auch in den freien Internet-Communities gibt: Persönliche Profile mit Foto und Angaben zu besonderen Interessen, Blogs, Bookmarks, Tags, RSS und anderes mehr. Ein wichtiger Unterschied ist jedoch, dass sich die Mitarbeiter nicht anonym, sondern mit ihrem vollen Namen präsentieren.

Der Zugriff auf solche Business-Profile soll Mitarbeiter im Unternehmen zu neuen Projekten zusammenführen und ihre Kreativität fördern. Die Nutzung solcher Möglichkeiten werde auch beim "Kampf um die Talente" von entscheidender Bedeutung sein, sagte Krause im AP-Gespräch.

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