Neue Internet-Enzyklopädie
Google greift Wikipedia an

Google will eine neue Internet-Enzyklopädie starten, die Expertenwissen bündeln soll. An dem Projekt mit dem Namen "Knol" (wie knowledge) sollen zunächst nur Personen mitarbeiten, die dazu von Google eingeladen werden. Später ist aber eine freie Mitarbeit nach dem Prinzip der Wikipedia -Enzyklopädie geplant.

HB SAN FRANCISCO. Auf der neuen Plattform können Nutzer ihr Wissen zu einem Spezialgebiet ihrer Wahl für andere im Internet bereitstellen. "Es gibt Millionen von Menschen, die nützliches Wissen besitzen, dass sie gern teilen würden, und es gibt Milliarden von Menschen, die davon profitieren können", erklärte Google -Manager Ubi Manber in einem » Beitrag für das Google Google -Blog. wolle die Plattform schaffen, um diesen Austausch möglichst einfach zu organisieren.

Die "Googlepedia", wie das Projekt im Netz gleich genannt wurde, unterscheidet sich von der » Wikipedia vor allem dadurch, dass die Autoren von Beiträgen namentlich genannt und besonders hervorgehoben werden. Google erwägt auch, sie an Einnahmen aus der Werbung zu beteiligen - im Unterschied zur werbefreien Wikipedia soll es bei "knol" auch Anzeigen geben, wenn sich die Autoren der Beiträge dafür entscheiden. Auch die Verantwortung für die Inhalte soll allein bei den Autoren liegen.

Für das Projekt habe der Suchmaschinenbetreiber bereits Anfang der Woche eine Gruppe von Teilnehmern ausgewählt, berichtet Manber. Welchen Zeitplan sich Google mit dem Projekt gesetzt hat, gab das Unternehmen bislang nicht bekannt.

Wikipedia -Gründer Jimmy Wales reagierte gelassen auf die Ankündigung. "Google macht viele coole Sachen. Aber viele von diesen coolen Sachen stellen sich als nicht so großartig heraus." Tatsächlich wäre es nicht das erste Mal, dass ein Versuch von Google, vorhandene Modell zu attackieren, am Ende still schweigend scheitern.Wales äußerte die Erwartung, dass es wegen der Werbe-Möglichkeiten bei "knol" entsprechend zahlreiche kommerzielle Artikel geben werde: "Man könnte dort schrecklich viele Artikel über Viagra finden."

Bei "Knol" (abgeleitet vom englischen knowledge, Wissen) sollen die Beiträge eindeutig den Autoren zugeordnet werden können. "Bücher haben Autoren-Namen auf dem Umschlag, Nachrichten werden mit Autorenzeilen gedruckt, wissenschaftliche Artikel haben immer Autoren - aber irgendwie entwickelt sich das Web ohne einen entsprechenden strengen Standard", schreibt Manber. Für die Nutzer soll es die Möglichkeit geben, Beiträge zu bewerten und zu kommentieren oder eigene Beiträge zu verfassen. "In vielen Bereichen wird es wahrscheinlich konkurrierende Knols zum gleichen Thema geben. Wettbewerb der Ideen ist eine gute Sache", erklärt Manber.

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