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Neue Kommunikationsform Push-To-Talk in den Startlöchern

Handy-Nutzer sollen mit der neuen Kommunikationsform Push-To-Talk (PTT) ihr Mobilfunkgerät künftig verstärkt auch als Walkie-Talkie nutzen. Im April haben sich die führenden Handy-Hersteller auf einen einheitlichen Übertragungsstandard für diese Kommunikationsform geeinigt.

dpa HAMBURG. Handy-Nutzer sollen mit der neuen Kommunikationsform Push-To-Talk (PTT) ihr Mobilfunkgerät künftig verstärkt auch als Walkie-Talkie nutzen. Im April haben sich die führenden Handy-Hersteller auf einen einheitlichen Übertragungsstandard für diese Kommunikationsform geeinigt.

Das soll nach anfänglichem Zögern der Mobilfunkanbieter nun den Weg für eine erfolgreiche Markteinführung der neuen Technik ebnen. Bislang hatte sich jedoch lediglich T-Mobile mit ersten Geräten auf den deutschen Markt gewagt, die die Walkie-Talkie-Funktion unterstützen.

Im T-Mobile-Netz kann ein Nutzer bereits jetzt mit einem PTT- fähigen Handy eine Sprachnachricht von 30 Sekunden per Knopfdruck an bis zu zehn Personen schicken. Anders als beim Walkie-Talkie ist PTT jedoch nicht an örtliche Nähe gebunden. Die Sprachnachrichten werden über die Übertragungswege Gprs und UMTS verschickt. Wenn es ein vielfältiges Angebot von PTT-Handys geben wird, dann könnte PTT ein neuer Freizeit-Trend mobiler Telekommunikation werden, hofft die Branche.

In den USA wird PTT vor allem für geschäftliche Zwecke genutzt. Auch T-Mobile sieht den Nutzen der Walkie-Talkie-Funktion bisher erst einmal im geschäftlichen Situationen, in denen zum Beispiel schnell mehrere Mitarbeiter benachrichtigt werden müssen. „So kann zum Beispiel der Polier auf dem Bau schnell mit den Mitarbeitern kommunizieren, selbst wenn er nicht am Ort ist“, sagte T-Mobile-Sprecher Husam Azrak.

T-Mobile bietet derzeit lediglich fünf PTT-vorkonfigurierte Handys von Nokia an. Vodafone hält sich weiterhin noch zurück und will die Entwicklung erst einmal abwarten. „Push-To-Talk ist nach wie vor ein interessantes Thema und wir schauen uns das genau an - ein Zeitpunkt für einen Einstieg steht aber noch nicht fest“, sagte Vodafone- Sprecherin Marion Stolzenwald.

Bislang funktioniert PTT in Deutschland nur innerhalb des T- Mobile-Netzes und zwischen PTT-fähigen Endgeräten. Für den Freizeitbereich war die Walkie-Talkie-Funktion deshalb bisher weniger attraktiv. Zahlreiche Handy-Modelle vieler Hersteller sind zwar PTT- fähig, bei ihnen kann die Funktionalität nachträglich installiert werden. Doch kompliziertes Aufrüsten und fehlende Kompatibilität mit den Handys der Freunde verspricht nicht viel Spaß. Im Gegensatz zur professionellen PTT-Nutzung gehe es aber im Freizeitbereich vor allem um den Spaß, wie Husam Azrak betont. „Die Verbraucher sollen sich nicht mit komplizierter Konfiguration herumärgern sondern den Dienst intuitiv nutzen können.“

Alexander Krug von der Computer-Fachzeitschrift „Connect“ sieht das als „entscheidenden Nachteil“ im Vermarktungskonzept für PTT. „Zwar können nach OMA (Open Mobile Alliance)-Standards nun alle großen Handymarken mit PTT aufgerüstet werden, das bietet dem Ottonormalverbraucher aber nicht wirklich einen Anreiz.“ Hinzu komme, dass die PTT-Geräte im Vergleich zu anderen relativ sparsam mit anderen Funktionen ausgerüstet seien. Wenn sich das Angebot nicht stark erweitert, werde PTT nicht zum Erfolg, meint Alexander Krug.

PTT hat nach Ansicht von Krug prinzipiell ein starkes Trend- Potenzial. Im Fall eines ausreichenden Angebots benutzerfreundlicher Endgeräte werde PTT, ähnlich wie die SMS, vor allem junge Handy- Benutzer ansprechen. „Jugendliche mit einem aktiven Kommunikationsbedürfnis sind die eindeutige Zielgruppe, für die sich Push-To-Talk anbietet“, meint Krug.

So könnten mit dem neuen Dienst mal eben schnell auf dem Fahrrad Verabredungen getroffen, Abende geplant, und Neuigkeiten ausgetauscht werden, ohne lange zu tippen oder herumzutelefonieren. Dass PTT einmal die Popularität der SMS erreichen könne, glaubt der „Connect“-Redakteur allerdings nicht. „An die SMS als diskrete Form der Kontaktierung wird PTT nie herankommen.“

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