Neue Rückrufaktion von Sony-Batterien
Akku-Debakel findet kein Ende

Auch in Zukunft dürften Probleme mit feuergefährdeten Laptop-Akkus das Geschäft von Sony belasten. Am Dienstag wurden bereits weitere Rückrufe gestartet. Das Spitzenmanagement des japanischen Elektronikriesen entschuldigt sich artig für die Mega-Panne – bestraft wird es allerdings nicht.

HB TOKIO. Neben dem Sony-Konzern selbst kündigte der Computerhersteller Toshiba am Dienstag an, mehr Batterien als bislang geplant zurückzunehmen. Sony plant nun den Rückruf von etwa 250 000 Batterien weltweit. Bislang hatte der Konzern angekündigt, 90 000 Stück in Japan und China zurückzunehmen. Das Unternehmen hat umgerechnet 340 Mill. Euro für mit der Rückrufaktion verbundene Kosten zur Seite gestellt. Die Batterien, die nach Firmenangaben in seltenen Fällen überhitzen und Feuer fangen können, werden sowohl in den Sony-Computern als auch in den Produkten von etwa Dell, Apple und Toshiba verwendet. Letzterer Konzern erwartet nun die Rücknahme von 870 000 Batterien, das sind 40 000 mehr als bislang geschätzt.

In der vergangenen Woche hatte Sony die Zahl der weltweit betroffenen Batterie-Einheiten auf rund 9,6 Millionen Stück beziffert. Bei Sony haben die Schwierigkeiten bereits zu einer drastischen Senkung der Gewinnprognose geführt. Sony erwartet wegen der Probleme künftig einen Nachfragerückgang, weil die zurückgerufenen Akkus verstärkt durch Konkurrenzmodelle von Wettbewerbern ersetzt würden. Im laufenden Geschäftsjahr 2006/07 (zum 31. März) wird jetzt nur noch mit einem Nettogewinn von 80 Mrd. Yen (537 Mill. Euro) statt 130 Mrd. Yen gerechnet.

Geschäft steht nicht zur Disposition

Trotz der Schwierigkeiten steht das Geschäft mit Computer-Akkumulatoren bei Sony nicht zur Disposition. Es werde weder eine Einstellung noch eine Reduzierung beim Geschäft mit Stromspeichermedien geben, so das Unternehmen weiter. Auch an einen Rücktritt von CEO Howard Stringer und Präsident Ryoji Chubachi sei nicht gedacht.

„Wir möchten die Gelegenheit nutzen, uns für die Sorgen zu entschuldigen“, sagte Sony-Manager Yutaka Nakagawa und verneigte sich gemeinsam mit zwei Kollegen bei einer Pressekonferenz in Tokio. Die Manager verbeugten sich allerdings sitzend und nicht stehend, wie es eigentlich üblich ist für japanische Geschäftsleute, die öffentlich Fehler eingestehen.

Sony erklärte, das Problem sei durch mikroskopisch kleine Metallsplitter entstanden, die versehentlich in die Laptop-Akkus gelangt seien und dort einen Kurzschluss verursachen könnten. Neben den wirtschaftlichen Folgen wird sich der Rückruf nach Einschätzung von Analysten auch negativ auf das Image des Elektronikkonzern auswirken. „Die Probleme mit dem Akkus werden definitiv Schrammen am Image von Sony hinterlassen“, sagte John Yang von Standard & Poor's in Tokio. Hinzu kommen möglicherweise Schadenersatzforderungen von verärgerten Kunden. Der japanische Elektronikhersteller Toshiba hatte dies bereits nicht ausgeschlossen.

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