Neue SED-Displays
Toshiba und Canon fordern Branche heraus

Toshiba und Canon wollen mit ihren neuen SED-Displays die Branche im Alleingang herausfordern. Es gebe keine Pläne, die Technologie zu lizenzieren, die Bildschirme sollen ab dem Marktstart 2006 nur von den beiden Unternehmen gefertigt und verkauft werden. Das sagte ein Toshiba-Manager auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin.

dpa BERLIN. SED soll eine bessere Bildqualität als Plasma- und LCD-Bildschirme bieten. Als erstes solle es ein Gerät mit einer Bildschirmdiagonale von 50 Zoll (127 cm) zu kaufen geben. Der Preis solle mit dem Start einer Massenproduktion auf dem Niveau vergleichbarer LCD- und Plasma-Bildschirme liegen.

Die SED-Technologie (Surface-conduction Electron-emitter Display) soll die Vorzüge eines flachen und leichten Bildschirms mit der Schärfe, dem hohen Kontrast und der schnellen Reaktionszeit von Röhren-Monitoren vereinen. Wie bei einer Röhre entsteht das Bild durch den Aufprall von Elektronen auf eine mit Leuchtstoff beschichtete Bildfläche. Allerdings gibt es nicht nur eine Elektronen-Quelle wie beim herkömmlichen Röhren-Fernseher, sondern eine eigene für jeden Bildpunkt (Pixel). Da die Elektronen-Quellen wie ein Netz mit geringem Abstand zur Bildfläche verteilt sind, kann der Fernseher genauso flach sein wie ein LCD- oder Plasma-Bildschirm.

Bei einer Vergleichsdemonstration auf dem Toshiba-Stand auf der IFA bot der SED-Fernseher ein besseres Bild als daneben aufgestellte LCD- und Plasma-Geräte. Die Farben waren natürlicher, das Schwarz war deutlich tiefer, Objekte in schneller Bewegung wie von rechts nach links durchlaufende Untertitel oder Buchstaben auf einem schwingenden Pendel waren schärfer. Der Stromverbrauch lag laut einer am Stand aufgestellten Anzeige mit 100 Watt bei weniger als der Hälfte der beiden anderen Bildschirm-Typen. Das Gerät sah mit seinem silbernen Rahmen genauso wie andere Flachbildfernseher aus, durfte aber nicht fotografiert werden.

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