Neue Sensortechnik Mit elektronischer Haut den Computer steuern

Mit einem Wedeln der Hand den Computer bedienen – das macht eine von Helmholtz-Forschern entwickelte Sensortechnik möglich. Sie ist so dünn, dass sie sich noch in kleinste Hautfältchen schmiegen kann.
Kommentieren
Interessant könnte die neue Sensortechnik für Anwendungen in virtueller oder erweiterter Realität sein, die dem Benutzer über eine VR-Brille dargestellt wird. Quelle: dpa
VR-Brillen

Interessant könnte die neue Sensortechnik für Anwendungen in virtueller oder erweiterter Realität sein, die dem Benutzer über eine VR-Brille dargestellt wird.

(Foto: dpa)

HeidelbergViel dünner als ein menschliches Haar ist der Mini-Magnetsensor, den Forscher des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf jetzt entwickelt haben, um berührungsloses Steuern eines Computers zu ermöglichen. Die Idee der Entwickler um Cañón Bermúdez ist es, dass sich der Benutzer den Sensor wie eine zweite Haut auf Finger oder Handinnenfläche klebt und dann, anstatt einen Schalter zu drücken oder einen Dimmer zu drehen, einfach die entsprechende Geste ausführt.

Dazu registriert der in die Folie integrierte Sensorchip alle Bewegungen gegenüber einem feststehenden magnetischen Feld und meldet sie über zwei hauchdünne Drähte an eine Empfangseinheit, die dann ein entsprechendes Kommando erzeugt. Der Vorteil des nicht einmal drei Mikrometer dicken Systems besteht darin, deutlich weniger klobig zu sein als ein Datenhandschuh.

Zudem stellt das System geringere Anforderungen an die Technik als kamerabasierte Verfahren, die ebenfalls die berührungslose Steuerung eines Computers ermöglichen. Ihren Chip stellen die Helmholtz-Forscher aktuell im Fachmagazin Science Advances vor.

Gadgets aus Las Vegas
Ultra-HD Fernseher von LG
1 von 18

LGs OLED-Fernseher hören künftig aufs Wort. Dazu setzt das Unternehmen nicht auf eine Eigenentwicklung, sondern arbeitet mit Google zusammen und will den Sprachassistenten Google Assistant in seine neuen Fernsehermodelle integrieren.

Nutzer sollen so ihre Geräte per Sprache steuern können, aber auch leichteren Zugriff auf Informationen erhalten und andere verbundene Geräte im Heimnetzwerk steuern können. Neben Fernsehern werden auch vernetzte Lautsprecher oder drahtlose Kopfhörer mit dem Sprachassistenten ausgestattet. Erste Modelle sollen noch in diesem Jahr erscheinen.

Samsung-Fernseher The Wall
2 von 18

Samsung baut künftig auch Fernseher aus Modulen. In Las Vegas zeigen die Koreaner ihr Fernsehdisplay „The Wall”. Die Idee: Statt eines großen Displays kommen mehrere kleinere Module von der Größe eines Smartphones zum Einsatz, die das fertige Display bilden. So sind in der Theorie viele verschiedene Displaygrößen möglich.

Die einzelnen Module funktionieren mit einer von Samsung Micro-LED genannten Technik. Hierbei besteht jeder Bildpunkt aus einer eigenen RGB-Leuchtdiode. Der Verkaufsstart ist noch für dieses Jahr geplant. Einen Preis nannte Samsung nicht.

Smartwatch mit Musik
3 von 18

Garmin stellt in Las Vegas eine Sportuhr mit integriertem Musikspeicher vor. Die Forerunner 645 Music bietet Platz für rund 500 Songs, so Garmin. Im Smartwatchmodus soll die Uhr bis zu sieben Tage mit einer Akkuladung durchhalten, im GPS-Modus bis zu zwölf Stunden und im GPS-Modus mit Musikwiedergabe bis zu fünf Stunden. Die 645 Music ist wahlweise mit rotem oder scharzem Band für knapp 450 Euro erhältlich. Für 50 Euro weniger gibt es auch ein Modell ohne Musik. (Foto: pr)

Großer Bildschirm für Gamer
4 von 18

Nvidia will künftig auch im Display-Markt für Videospieler mit dabei sein. Auf der CES zeigt das Unternehmen erste Modelle des Big Format Gaming Displays (BFGD). Dabei handelt es sich um einen Standard für speziell auf Videospiele zugeschnittene Bildschirme.

Der 65-Zoll-Schirm hat Nvidias Konsole und Streaminggerät Shield integriert und verfügt über 4K-Auflösung (3840 zu 2160 Pixel), HDR-Anzeige, 120 Hertz Bildwiederholfrequenz und Nvidias Synchronisationstechnik G-Sync. Sie soll sowohl für flüssige Spieledarstellung als auch für synchronisierte Videoanzeige sorgen. Erste Geräte sollen im Sommer 2018 in den Handel kommen, der Preis ist noch nicht bekannt.

Spielkontrolle mit den Füßen
5 von 18

Mit dem Blackhawk von 3dRudder sollen Spieler in der virtuellen Realität auch ihre Füße nutzen können. Der auf der CES gezeigte Controller übersetzt Fußbewegungen der Spieler in diversen Virtual-Reality-Spielen in Bewegungskommandos. So sollen Spieler ihre Hände für andere Befehle nutzen können – und erhalten etwas für ihre Füße zu tun.

Blackhawk funktioniert aktuell unter anderem mit den VR-Brillen HTC Vive und Oculus Rift für über den SteamVR-Store und den Oculus Store gekaufte Spiele und mit den Headsets für Microsofts Mixed-Reality-Plattform.

Ein Airbag für die Hüfte
6 von 18

Einen tragbaren Airbag, der Senioren vor den oft irreparablen Folgen eines Sturzes schützen soll, stellt der Airbag-Spezialist Helite vor. Ein elektronisches System analysiert die Bewegung der Person in Echtzeit. Wird ein Sturz erkannt, lösen beide Airbags automatisch über der Hüfte aus und entfalten sich noch vor Bodenkontakt vollständig.

Mehr als ein Meter Display im Byton-SUV: Wenn das mal nicht vom Verkehr ablenkt
7 von 18

Die CES dient unter anderem als Bühne für die Geburt der neuen Automarke Byton. Das chinesische Start-up mit Entwicklungsstandorten in Los Angeles und München und dem ehemaligen BMW-Entwickler Carsten Breitfeld als Geschäftsführer zeigt erstmals ein rein elektrisch angetriebenes SUV, das 2019 in den Markt kommen soll. Trotz eines Akkus mit 500 Kilometer Reichweite und einem Riesendisplay über die ganze Breite des Armaturenbretts soll der Stromer nur um 40.000 Euro kosten.

Interessant könnte dies für Anwendungen in virtueller oder erweiterter Realität sein, bei denen der Computer die Bedienelemente situationsabhängig erzeugt und dem Benutzer über eine VR-Brille darstellt. In Zukunft wollen Bermúdez und Kollegen die Signale des Magnetsensors auch dazu nutzen, die Position des Chips – und damit der Hand oder des beklebten Körperteils – zu ermitteln. So könnten auch komplexere Bewegungen in drei Dimensionen erfasst werden.

Zudem wollen die Forscher die Empfindlichkeit des Sensors verbessern, so dass der Permanentmagnet durch das Erdmagnetfeld ersetzt werden kann. Das System wäre dann räumlich viel flexibler einsetzbar.

Der in eine Polyimid-Folie integrierte Chip besteht aus verschiedenen Halbleitermaterialien und könnte sich vergleichsweise günstig herstellen lassen. Trotz seiner geringen Dicke ist er verblüffend widerstandsfähig. Bereits seit einigen Jahren bringen Forscher in ähnlich konstruierten „elektronischen Klebetattoos“ eine Reihe von Sensoren unter, mit denen sich etwa die Vitalfunktionen des Körpers überwachen lassen könnten.

Startseite

0 Kommentare zu "Neue Sensortechnik: Mit elektronischer Haut den Computer steuern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%