Neue Software vorgestellt
Combots soll Kommunikation vereinfachen

Mit mehrmonatiger Verzögerung kommt nun die von den Aktionären der Combots AG mit Spannung erwartete Internet-Software auf den Markt.

HB KARLSRUHE. Zur Internationalen Funkausstellung (IFA) am 1. September in Berlin werde der neue Kommunikationsdienst kostenlos zum Testen angeboten, teilte das aus dem Internet-Dienstleister Web.de hervorgegangene Unternehmen am Donnerstag in Karlsruhe mit. Die Software, die eine unkomplizierte Internet-Kommunikation verspricht, soll später zum Preis von 1,99 bis 3,29 Euro pro Monat angeboten werden und dem umsatzschwachen Unternehmen eine dauerhafte Einnahmequelle sichern.

In die Entwicklung des Nachfolgeprodukts für die erfolglose Internet-Kommunikations-Software ComWin und in ein neues Rechenzentrum wird Combots bis Ende dieses Jahres 35 Mill. Euro investiert haben. Auszahlen sollen sich diese Kosten frühestens 2008. Bis dahin könnten der jüngsten Firmenprognose zufolge jährlich noch Verluste von bis zu 25 Mill. Euro anfallen.

Web.de-Gründer und Combots-Chairman Michael Grewe sagte, statt auf teuere Werbekampagnen setze das Unternehmen auf die Verbreitung durch Mundpropaganda. Die persönliche Einladung von Freunden solle sicher stellen, dass der Kommunikationsdienst frei von Viren und unerwünschter Werbung bleibe. Eine konkrete Prognose zu den erwarteten Nutzerzahlen wollte er nicht abgeben. "Das kann schon schnell um die ganze Welt gehen", sagte Grewe.

Der neue Unternehmensname Combots leite sich aus dem Combot genannten Piktogramm ab, das jeden Kommunikationspartner auf dem Computer-Bildschirm repräsentiert. Neben den monatlichen Gebühren wolle Combots auch über die Personalisierung der Software-Plattform Einnahmen erzielen, sagte Grewe.

Mit der Combots-Software könnten neben Texten auch alle anderen Daten wie Fotos, große Dokumente, Sprachmitteilungen oder Video-Clips mit einem Mausklick versendet werden, hieß es in Karlsruhe. Wie Combots-Geschäftsführer Frank Schüler vor der Vorstellung der Software erklärte, sind viele Internetnutzer, die technisch nicht so versiert sind, mit den zahlreichen und getrennt arbeitenden Informationsdiensten oft überfordert.

Das neue System gibt statt einer E-Mail-Adresse jedem Adressaten ein zugeordnetes Symbol - etwa Comicfiguren. Sie bringen ohne Hilfstexte dem Benutzer die Funktionalität nahe. Durch den Verzicht auf eine öffentlich bekannte E-Mail-Adresse soll zudem das Spam-Problem gelöst werden. Neue Verbindungen werden ausschließlich durch die persönliche Einladung eines Nutzers an einen anderen eingeleitet. Voraussetzung für die Anwendung von Combots ist ein DSL-Anschluss und die Installation der Software auf einem eigenen Rechner.

Mit den Zusatzfunktionen und Marketing-Maßnahmen will Combots die Nutzer dazu bewegen, die kostenlose Testphase zu beenden und ein je nach Vertragslaufzeit 2,49 Euro teures kostenpflichtiges Abo zu bestellen. Grundsätzlich könne die Basis-Version der Software jedoch nach dem Vorbild der kostenlosen E-Mail-Dienste ohne Einschränkungen auch dauerhaft kostenlos genutzt werden, sagte ein Sprecher. Gegen Gebühr hatte Web.de auch Premium-E-Mail-Diensten angeboten.

Der ursprünglich geplante Starttermin für die Software war Ende 2005 geplatzt. Nach der offiziellen Vorstellung wird die Software bis September ausgewählten Kunden und Aktionären zugänglich sein.

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