Neue Spam-Angriffe
Spammer entdecken Web-Telefonie

Werbemüll und betrügerische E-Mails am PC gehören zum Internet-Alltag. Virenjäger weltweit prophezeien jetzt neue Angriffe: Das Telefonieren über das Internet wird mit großer Sicherheit das nächste Ziel von Internet-Kriminellen.

DÜSSELDORF. Waren es in den 90er-Jahren noch ein paar pickelige Kids, die vom Kinderzimmer aus mit Viren ihre Programmierkünste testen wollten, geht es heute um Geld, Diebstahl und Betrug. „Über 90 Prozent aller Viren dienen ausschließlich Spamming und Identitätsdiebstahl“, sagt Marc Sunner, Technikvorstand des britischen Internet-Unternehmens Messagelabs. Beim Identitätsdiebstahl werden online persönliche Daten – in den USA gerne die Sozialversicherungsnummer – gestohlen und dann für Betrügereien eingesetzt.

Als einen Wendepunkt bezeichnet Sunner das Jahr 2003: Damals tauchte der mittlerweile legendäre „SoBig.F“-Virus auf und wütete wochenlang in Millionen von E-Mail-Postfächern. Heute feiert der Antiviren-Spezialist Avira in Tettnang am Bodensee einen makabren Rekord. Avira hat das 500 000ste Erkennungsmuster eines Computervirus in die Datenbank aufgenommen. Und es werden täglich mehr.

Laut Ofer Elzam von der israelischen Sicherheitsfirma Aladdin ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Mobiltelefone zum Ziel werden. Mit der Verbreitung computerartiger Smartphones – und damit dem Internetzugang über normale Web-Browser – werden Schadprogramme wie beim PC Einzug halten, sagt er.

Auf ein bis zwei Jahre schätzen die Experten die verbleibende Frist: IDC erwartet, dass von Ende 2006 bis 2008 die Zahl der Smartphones weltweit von 150 auf rund 350 Mill. steigt. „Das könnte die kritische Masse sein, ab der es sich lohnt, Viren oder Trojaner zu produzieren“, sagt Elzam. Erste Schädlinge zeigen, was möglich ist: Einer zum Beispiel verschickt unbemerkt Premium-SMS im Namen des Handy-Inhabers an teure Bezahldienste. Das Stück zu vier bis fünf Euro.

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