Neue Suchfunktion
Das große Versteckspiel auf Facebook

Die neue Suche erhöht den Nutzen von Facebook – aber sie birgt Tücken: Kommentare und Fotos, die Mitglieder gedankenlos gepostet haben, sind weiter auffindbar. Das lässt sich ändern. Eine Anleitung für ein Versteckspiel.

DüsseldorfBisher geht es meist um alte Schulfreunde oder Partybekanntschaften. Doch wenn Facebook-Nutzer künftig in die weiße Suchbox tippen, können sie auch danach stöbern, worüber gerade viele Menschen diskutieren. Welche Trends sie beschäftigen, welche „Breaking News“ die Runde machen. Aber auch, was die eigenen Kontakte vor Monaten oder Jahren veröffentlich haben.

Das soziale Netzwerk hat seine Suchfunktion grundlegend überarbeitet. Mehr als zwei Billionen Posts seien nun durchsuchbar, teilte es am Donnerstag in einem Blogpost mit. Zudem enthielten die Ergebnisse auch viel diskutierte aktuelle Themen. Nutzer in Deutschland müssen allerdings noch Geduld haben: Bisher sind die neuen Funktionen nur für US-Nutzer verfügbar. Erfahrungsgemäß dürften weitere Länder aber mit der Zeit hinzukommen.

Über das Suchfenster finden Facebook-Nutzer derzeit Personen, Gruppen und Seiten, außerdem Veranstaltungen und Orte. Wer beispielsweise „Handelsblatt“ eingibt, bekommt eine Liste mit den verschiedenen Präsenzen unserer Redaktion angezeigt, aber auch die Adresse und Hinweise auf Konferenzen wie den Konjunkturgipfel.

Künftig ist die Suchfunktion weitaus findiger: Anhand der eingetippten Begriffe soll sie auch passende Statusmeldungen, Fotos und Videos anzeigen – auch wenn diese schon älter sind. Dabei kann es sich um ein Rezept für Schokokekse handeln, das eine Freundin vor einigen Monaten veröffentlicht hat, wie die Firma exemplarisch auf ihrer Website zeigt. Aber natürlich auch um peinliche Fotos von der Weihnachtsfeier, sofern der Kollege diese öffentlich online gestellt hat.

Indem Facebook auch ältere Inhalte aus den Untiefen des Newsfeeds an die Oberfläche befördert, wird es für die Nutzer zu einem Archiv – und bietet einen weiteren Grund, dort Zeit zu verbringen. Zwei Billionen Posts seien in der Datenbank, teilt das Unternehmen mit.

Zudem will sich Facebook mit der Suche stärker als Nachrichtennetzwerk positionieren: Wenn ein Link häufig geteilt wird und somit viele Nutzer darüber diskutieren, taucht er in der Ergebnisliste auf. Als Beispiel zeigt das Unternehmen, wie die Suche nach dem Begriff „Wasser“ zum Thema „Wasser auf dem Mars“ führt – wer darauf klickt, bekommt in einer Übersicht mehrere Artikel und Videos zu dem Thema angezeigt, außerdem, was die eigenen Freunde dazu schreiben.

Da viele der 1,4 Milliarden Nutzer bei Facebook diskutieren, was sie gerade bewegt, hat das Unternehmen die nötigen Daten, um einen Seismographen von Eilmeldungen und Trends zu bauen. Damit erhöht es den Druck auf Twitter: Der Kurznachrichtendienst dient vielen Nutzern als Nachrichtenticker und baut mit der Funktion „Moments“ derzeit etwas Ähnliches. Die Funktion reiht sich in diverse Neuerungen der vergangenen Monate ein, die alle zum Ziel haben, Facebook zum Rundum-sorglos-Portal zu machen, das Nutzer nicht mehr verlassen müssen.

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Das große Versteckspiel auf Facebook

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Die „Überprüfung der Privatsphäre“

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